Geplantes Pumpspeicherkraftwerk Riedl
Pressemitteilung: Zur Diskussion über das geplante Pumpspeicherwerk im Landkreis Passau erklärt der Bezirksvorstand der Grünen in Niederbayern:
Pumpspeicherwerk muss Bedingungen erfüllen
Die Grünen in Niederbayern sehen für das geplante Pumpspeicherwerk in der Gemeinde Untergriesbach einige Hürden. „Wir wissen, dass für einen Umbau der Energieversorgung auf Erneuerbare das Speicherproblem gelöst werden muss“, sagt Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen in Niederbayern. „Das heißt aber nicht, dass wir die ökologischen Schäden eines Pumpspeicherwerks einfach ignorieren.“
Die Kreisvorstände der Grünen in Niederbayern hatten sich am Wochenende in Passau getroffen, um sich über das geplante Werk zu informieren. Der Landtagsabgeordnete Eike Hallitzky erläuterte seine Position: „Wir müssen erst die weiteren Prüfungen über die Auswirkungen auf die Umwelt abwarten, bevor wir eine endgültige Bewertung vornehmen“, so Hallitzky. Allerdings lege er auch Wert darauf, dass dieses Bewertung auch positiv ausfallen könne.
Die Grünen taten sich schwer, die naturschutzfachliche Bewertung vorweg zu nehmen. Gerade die Auswirkungen auf die schützenswerte Fauna schienen aber dem Großteil der niederbayerischen Kreisvorstände sehr bedenklich und schwer ausgleichbar. „Um diesem Vorhaben zustimmen zu können, legen wir die Hürden sehr hoch“, meinte auch Josef Rosner, Vorsitzender im Bezirksverband. Gerade auch was die Belastung der betroffenen Bevölkerung angehe, sehen die Grünen noch viele Fragen offen.
Die Grünen bemängeln auch, dass ausgerechnet ein Atomkonzern wie EON mit diesem Kraftwerk dereinst viel Geld verdienen will. „Unser Ansatz ist eine dezentrale und demokratische Stromerzeugung“, so Franz Feilmeier, energiepolitischer Sprecher der Grünen. „Wenn dieses Kraftwerk also unsere Zustimmung bekommen soll, fordern wir ein Beteiligungsmodell für die Bevölkerung vor Ort“, sagt Feilmeier. „Wir wollen die Wertschöpfung in der Region behalten, so dass die Gemeinde Untergriesbach nicht nur die Nachteile zu tragen hätte, sondern auch an den Gewinnen beteiligt wird.“
Regionale Stromerzeugung und energieautarke Kommunen sind auch Themen des Bezirkskongresses der niederbayerischen Grünen am 19. Juni in Plattling. Dieser Fachkongress findet in der Gaststätte Bischofshof von 10.00 bis 15.00 Uhr statt und beschäftigt sich mit der Frage, ob sich Niederbayern mit Strom selbst versorgen könnte. Dabei dürfte das Thema Stromspeicherung auch wieder zur Sprache kommen.
Rosi Steinberger - Bezirksvorsitzende