Glaubt man's oder glaubt man's nicht ?
in der 4.Klasse der Grundschule müssen mindestens einmal wöchentlich morgens die Schülerinnen und Schüler aufstehen, welche an höhere Schulen wechseln wollen. Meistens wird das mit der Frage begleitet, wer denn immer noch unbedingt auf die höhere Schule wolle. Dann wird durchgezählt, alle 4.Klassen zusammengezählt, und an den Rektor gemeldet. Dieser führt dann darüber Statistik, ob seine Hauptschule künftig "am Leben" bleiben wird. Manchmal, wenn es eng wird, greift er auch ein und korrigiert die Noten nach unten, denn auf den Schnitt kommt es ja an, wie Schüler und alle Eltern leidvoll erfahren haben. Dass irgendwann Schüler aufgeben und damit auf der Strecke bleiben, ist zu erwarten und auch zu verstehen. Manche "Durchtriebene und Hinterlistige" bleiben absichtlich gelangweilt auf ihren Stühlen sitzen und denken sich ihren Teil: "Lasst mich in Ruhe, ich geh eh aufs Gymnasium" und beeinflussen damit Rektors Statistik !
Nach langwierigem Auf und Nieder reicht am Jahresende die verbleibende Anzahl gerade noch für eine 5.Klasse und Rektor hofft, dass nach der 5.Klasse kein Schüler auf die Idee kommt, doch noch zu wechseln. Aber man könnte ja in der 6.Klasse auch ein paar durchfallen lassen, damit die Mindestzahl wieder passt: der Möglichkeiten gibt es ja viele.
Haben sich Rektoren und Lehrer eigentlich einmal darüber Gedanken gemacht, wem sie dabei schaden um sich wohl nur selber zu nützen ? Manche Kinder brauchen Monate, um sich von diesem Druck wieder zu erholen und sich als ganz normaler Schüler wieder einzugliedern in einen Schulalltag, der Leistung fördert und nicht kaputt macht.
Josef Rosner







