Vor der Infoveranstaltung schauten sich die Gäste bei der Biogasanlage Hauswirth um. Am Sonntag, 16. Dezember, können sich auch interessierte Bürger bei einem Tag der offenen Tür über die Anlage der Gebrüder Hauswirth informieren.
Wollen die Funkstille zwischen Bürgermeister Jochen Wagner und den Hauswirth-Brüdern beenden:
(v. li.) Josef Rosner aus den Bezirksvorstand der Grünen, Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen, Stefan Hang, Kreis- und Bezirksvorsitzender der Grünen, Gemeinderat Peter Hitzenauer (SPD), Sepp Daxenberger, Landesvorsitzender der Grünen und Johann Feirer, 1. Vorsitzender der Grünen im Ortsverband Inntal.
von Andrea Klemm Kirchdorf. Die Grünen und die SPD nehmen Bürgermeister Joachim Wagner und den Gemeinderat in Sachen Biogas in die Zange. Ein Bürgerbegehren soll sie zum Einlenken bringen. Wenn Wagner Bereitschaft signalisiert, sich mit den Betreibern der Biogasanlage, den Hauswirth-Brüdern, an einen Tisch zu setzen, muss das Bürgerbegehren nicht durchgezogen werden, sagte Johann Feirer, 1. Vorsitzender des Grünen-Ortsverbandes Inntal bei der Infoveranstaltung Donnerstagabend im Inntalhof. Moralische Unterstützung gab es unter anderem von Sepp Daxenberger, Landesvorsitzender der Grünen und Bürgermeister von Waging, Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen, und Stefan Hang, Kreis- und Bezirksvorsitzender der Grünen. Bürgermeister Joachim Wagner, der das Nahwärmekonzept mit der Hackschnitzelheizung favorisiert, wird vorgeworfen, die Alternative Biogas nicht bis zum Ende durchgeplant zu haben, dem Thema Biogas keine richtige Chance gegeben zu haben. Über die Umstände, warum sich die Fronten zwischen Wagner und Hauswirths verhärteten, wird immer noch spekuliert. Nun soll versucht werden, auf dem politischen Weg über das Bürgerbegehren, beiden Verhandlungspartnern einen Schubs zu geben. Man sei nicht grundsätzlich gegen eine Hackschnitzelheizung, schließlich sei es ein Nahwärmenetz. Doch es stöße sauer auf, dass etwa Privathaushalte nicht angeschlossen werden können, sondern nur die Gemeindegebäude. Eine kleine Hackschnitzelheizung wäre vertretbar, aber nur als Ergänzung zum Biogas. „Es geht gegen den gesunden Menschenverstand, wenn man die bestehende Biogasanlage nicht für die Nahwärme verwendet und die Abwärme ungenutzt verpuffen lässt“, sagte Feirer zu den etwa 100 anwesenden Bürgern. Eine Hackschnitzelheizung dagegen wäre Geldverschwendung, weil man sie erst bauen müsse. Außerdem sei es nicht in Ordnung gewesen, so Feirer, die Gemeinderäte zeitlich unter Druck zu setzen. Nun wollen sie handeln. „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Kirchdorf alle zulässigen Maßnahmen ergreift, um die bestehende Biogasanlage in das Nahwärmekonzept einzubinden?“, steht auf der Liste für das Bürgerbegehren. 400 Bürger müssten unterschreiben, damit ein Bürgerentscheid zu Stande kommt. Und dafür können sie sich Zeit lassen. Das Bürgerbegehren hat aufschiebende Wirkung, so Feirer.
-------------------------------------------------------------------------------- Welche Auswirkungen dies auf die vom Gemeinderat gestellten Förderanträge bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und bei CARMEN hat, steht noch nicht fest. Der Vorwurf, die Initiatoren des Bürgerbegehrens würden diese Zuschüsse blockieren, wurde bereits vor der Veranstaltung laut. „Das sehen wir hier nicht so, denn die Fördermittel gibt es 2008 auch wieder“, lautet die Meinung von Gemeinderat Peter Hitzenauer (SPD). Man wolle einfach den Schnellschuss nicht akzeptieren und ein ordentliches Konzept sehen. Selbst die drei Hauswirth-Brüder, die ebenfalls gekommen waren, sind bereit, mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat zu verhandeln, sofern man auf sie zukäme. Da meldete sich 2. Bürgermeister Eberhard Langner zu Wort: „Warum gebt ihr nicht einfach von euch aus ein Angebot ab?“ Willi Hauswirth klang etwas aufgebracht, als er erklärte, dass er dazu erst eine Anforderung brauche. Außerdem sei das Erstellen eines Angebots mit sehr großem Aufwand verbunden. Hauswirth will sich keine vergebene Liebesmüh’ antun. Er müsse mit der Bank verhandeln, weil er selbst an die 100 000 Euro investieren müsste. „Man kann nicht einfach ein Rohr an den Auspuff hängen, wo die Abwärme rauskommt“, erklärte Feirer. Um sie nutzen zu können, müssen verschiedene Umbauten gemacht werden, man brauche einen Wärmetauscher. „Es ist ein großes, unternehmerisches Risiko für die Firma Hauswirth, für die nächsten 20 Jahre die Energielieferung zu garantieren“, so Feirer weiter. Aus dem Publikum werden Fragen laut. Woher kommt die Energie, wenn Biogas mal nicht geliefert werden kann? Da gebe es noch kein schlüssiges Konzept, da ja die Angelegenheit seitens der Gemeinde nicht mehr weiter verfolgt wurde. Manche befürchten Lärm, den Lastwägen verursachen könnten, wenn sie in der Wintersaison an die 100 Ladungen Hackschnitzel zur Anlage bringen. Außerdem könnten die Kettenförderer im Hackschnitzelbunker quietschen. Oder durch den Feinstaub der Anlage würden neue Filteranlagen gebraucht.
-------------------------------------------------------------------------------- Sepp Daxenberger erklärte, wie es in seiner Gemeinde Waging mit der Hackschnitzelanlage laufe. „Wir machen im Jahr 20 000 Euro Minus damit, aber andererseits haben wir reduzierte Steuerausgaben beim Strom“, erklärte der Landesvorsitzende der Grünen. Die Hackschnitzel werden ausschließlich von heimischen Waldbauern bezogen. Man brauche für die Wartung wenig Personal. Die anfallende Holzasche (1 Kubikmeter pro Monat) werde zum Düngen auf die Felder gebracht. Allerdings müsse die Hackschnitzelheizung im Sommer ausgeschaltet werden, weil man sie nicht unter 30 Prozent Wirkungsgrad betreiben könne. „Dann machen wir im Sommer mit Öl und Holz weiter“, so Daxenberger. Auf die Immobilienpreise habe ein Nahwärmenetz keine Auswirkungen. Am Mittwoch, 19. Dezember, um 20 Uhr gibt es im Inntalhof wieder eine Informationsveranstaltung. Aus Berlin wird Hans-Josef Fell (MdB), Sprecher für Energie und Technologie der Bundestagsfraktion B90/Die Grünen, kommen.
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Mit sanfter Gewalt zum Biogas
(v. li.) Josef Rosner aus den Bezirksvorstand der Grünen, Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen, Stefan Hang, Kreis- und Bezirksvorsitzender der Grünen, Gemeinderat Peter Hitzenauer (SPD), Sepp Daxenberger, Landesvorsitzender der Grünen und Johann Feirer, 1. Vorsitzender der Grünen im Ortsverband Inntal.
von Andrea Klemm
Kirchdorf. Die Grünen und die SPD nehmen Bürgermeister Joachim Wagner und den Gemeinderat in Sachen Biogas in die Zange. Ein Bürgerbegehren soll sie zum Einlenken bringen. Wenn Wagner Bereitschaft signalisiert, sich mit den Betreibern der Biogasanlage, den Hauswirth-Brüdern, an einen Tisch zu setzen, muss das Bürgerbegehren nicht durchgezogen werden, sagte Johann Feirer, 1. Vorsitzender des Grünen-Ortsverbandes Inntal bei der Infoveranstaltung Donnerstagabend im Inntalhof.
Moralische Unterstützung gab es unter anderem von Sepp Daxenberger, Landesvorsitzender der Grünen und Bürgermeister von Waging, Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen, und Stefan Hang, Kreis- und Bezirksvorsitzender der Grünen.
Bürgermeister Joachim Wagner, der das Nahwärmekonzept mit der Hackschnitzelheizung favorisiert, wird vorgeworfen, die Alternative Biogas nicht bis zum Ende durchgeplant zu haben, dem Thema Biogas keine richtige Chance gegeben zu haben. Über die Umstände, warum sich die Fronten zwischen Wagner und Hauswirths verhärteten, wird immer noch spekuliert. Nun soll versucht werden, auf dem politischen Weg über das Bürgerbegehren, beiden Verhandlungspartnern einen Schubs zu geben.
Man sei nicht grundsätzlich gegen eine Hackschnitzelheizung, schließlich sei es ein Nahwärmenetz. Doch es stöße sauer auf, dass etwa Privathaushalte nicht angeschlossen werden können, sondern nur die Gemeindegebäude. Eine kleine Hackschnitzelheizung wäre vertretbar, aber nur als Ergänzung zum Biogas.
„Es geht gegen den gesunden Menschenverstand, wenn man die bestehende Biogasanlage nicht für die Nahwärme verwendet und die Abwärme ungenutzt verpuffen lässt“, sagte Feirer zu den etwa 100 anwesenden Bürgern. Eine Hackschnitzelheizung dagegen wäre Geldverschwendung, weil man sie erst bauen müsse. Außerdem sei es nicht in Ordnung gewesen, so Feirer, die Gemeinderäte zeitlich unter Druck zu setzen. Nun wollen sie handeln.
„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Kirchdorf alle zulässigen Maßnahmen ergreift, um die bestehende Biogasanlage in das Nahwärmekonzept einzubinden?“, steht auf der Liste für das Bürgerbegehren. 400 Bürger müssten unterschreiben, damit ein Bürgerentscheid zu Stande kommt. Und dafür können sie sich Zeit lassen. Das Bürgerbegehren hat aufschiebende Wirkung, so Feirer.
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„Fördermittel gibt es auch noch 2008“
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Welche Auswirkungen dies auf die vom Gemeinderat gestellten Förderanträge bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und bei CARMEN hat, steht noch nicht fest. Der Vorwurf, die Initiatoren des Bürgerbegehrens würden diese Zuschüsse blockieren, wurde bereits vor der Veranstaltung laut.
„Das sehen wir hier nicht so, denn die Fördermittel gibt es 2008 auch wieder“, lautet die Meinung von Gemeinderat Peter Hitzenauer (SPD). Man wolle einfach den Schnellschuss nicht akzeptieren und ein ordentliches Konzept sehen. Selbst die drei Hauswirth-Brüder, die ebenfalls gekommen waren, sind bereit, mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat zu verhandeln, sofern man auf sie zukäme. Da meldete sich 2. Bürgermeister Eberhard Langner zu Wort: „Warum gebt ihr nicht einfach von euch aus ein Angebot ab?“
Willi Hauswirth klang etwas aufgebracht, als er erklärte, dass er dazu erst eine Anforderung brauche. Außerdem sei das Erstellen eines Angebots mit sehr großem Aufwand verbunden. Hauswirth will sich keine vergebene Liebesmüh’ antun. Er müsse mit der Bank verhandeln, weil er selbst an die 100 000 Euro investieren müsste.
„Man kann nicht einfach ein Rohr an den Auspuff hängen, wo die Abwärme rauskommt“, erklärte Feirer. Um sie nutzen zu können, müssen verschiedene Umbauten gemacht werden, man brauche einen Wärmetauscher. „Es ist ein großes, unternehmerisches Risiko für die Firma Hauswirth, für die nächsten 20 Jahre die Energielieferung zu garantieren“, so Feirer weiter.
Aus dem Publikum werden Fragen laut. Woher kommt die Energie, wenn Biogas mal nicht geliefert werden kann? Da gebe es noch kein schlüssiges Konzept, da ja die Angelegenheit seitens der Gemeinde nicht mehr weiter verfolgt wurde.
Manche befürchten Lärm, den Lastwägen verursachen könnten, wenn sie in der Wintersaison an die 100 Ladungen Hackschnitzel zur Anlage bringen. Außerdem könnten die Kettenförderer im Hackschnitzelbunker quietschen. Oder durch den Feinstaub der Anlage würden neue Filteranlagen gebraucht.
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Minus mit der Hackschnitzelanlage?
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Sepp Daxenberger erklärte, wie es in seiner Gemeinde Waging mit der Hackschnitzelanlage laufe. „Wir machen im Jahr 20 000 Euro Minus damit, aber andererseits haben wir reduzierte Steuerausgaben beim Strom“, erklärte der Landesvorsitzende der Grünen. Die Hackschnitzel werden ausschließlich von heimischen Waldbauern bezogen.
Man brauche für die Wartung wenig Personal. Die anfallende Holzasche (1 Kubikmeter pro Monat) werde zum Düngen auf die Felder gebracht. Allerdings müsse die Hackschnitzelheizung im Sommer ausgeschaltet werden, weil man sie nicht unter 30 Prozent Wirkungsgrad betreiben könne. „Dann machen wir im Sommer mit Öl und Holz weiter“, so Daxenberger. Auf die Immobilienpreise habe ein Nahwärmenetz keine Auswirkungen.
Am Mittwoch, 19. Dezember, um 20 Uhr gibt es im Inntalhof wieder eine Informationsveranstaltung. Aus Berlin wird Hans-Josef Fell (MdB), Sprecher für Energie und Technologie der Bundestagsfraktion B90/Die Grünen, kommen.