Spitzen von CSU-Fraktion und FDP sehen wichtigen Schritt für Zukunft des Landkreises
Landkreis Landshut, 20.01.2009: Die Fraktionsspitze der CSU im Kreistag hat ihre Meinung nicht geändert und steht nach wie vor geschlossen hinter dem Bau eines weiteren Gymnasiums im Raum Landshut. "Ein neues Gymnasium ist unserer Meinung nach wichtig und notwendig, um die seit Jahren angespannte Situation an allen fünf Gymnasien in der Region endlich zu entlasten", sind sich CSU-Fraktionssprecher im Kreistag, Hans Bauer, seine Stellvertreter Anna Wolfsecker, Hans Keil und Florian Ossner sowie Birgit Schäffer von der Jungen Liste und Toni Deller von der FDP bei einem Gespräch mit der Landshuter Zeitung einig.
Seit dem einstimmigen Votum im Kreistag am 31. März 2008 für einen Neubau hat sich für Hans Bauer die grundsätzliche Situation nicht verändert. Deshalb wundert sich der CSU-Fraktionsvorsitzende über den nicht nachvollziehbaren Meinungswechsel. Es habe sich gezeigt, dass die vom Landkreis in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2005 die Schülerzahlen bis zum Jahr 2008 nicht annähernd richtig vorhergesagt hat. Nun beziehe man sich auf die Fortschreibung dieser Studie, die in der aktuellen Version ihre alten Zahlen habe korrigieren müssen.
Es sei völlig unverständlich, wie man sich alleine auf dieses Institut beziehen könne und glaube, sich damit über die fachliche Prüfung des Ministeriums hinwegsetzen zu müssen, meinen die sechs Gesprächsteilnehmer unisono. Die vorhergesagten Geburtenzahlen für das Jahr 2008 stimmen ebenfalls nicht. Es sollten 1254 Geburten ein, tatsächlich waren es bis November bereits 1262 ohne Zuwanderung.
Die Standortfrage ist für die Befürworter sekundär: "Hauptsache, es wird gebaut, notfalls auch in Landshut", betont Toni Deller. "Es geht um die Bildungschancen für alle Kinder", dies habe sich fast jede Partei im Wahlkampf auf ihre Fahnen geschrieben, erklärt Florian Ossner und Hans Keil sowie Birgit Schäffer, die selbst zwei kleine Kinder hat, nicken beipflichtend. Dass zunächst die Standortfrage diskutiert wurde und Bürgermeister und Standortkreisräte einer "Neidhammelpolitik" verfallen sind, ist ein falscher Zug gewesen. Es dürfe nicht der eigene Vorteil greifen, sondern es geht darum, dass man ein neues Gymnasium brauche.
Man könne nach neuesten Richtlinien und neuen technischen Fortschritten ein lichtdurchflutetes Gebäude für die Schüler schaffen, schwärmt Ossner von einem "optimalen" Gymnasium. Diese Chance dürfe man sich nicht entgehen lassen.
Die bestehenden Gymnasien waren alle ursprünglich kleiner konzipiert, mittlerweile haben sie sehr viele beziehungsweise zu viele Schüler und könnten eine Fluktuation nach unten vertragen, ohne im geringsten gefährdet zu sein. Dieses Ängste-Schüren sei völlig unberechtigt. In Mammutschulen leide auch die Lernfähigkeit der Kinder.
Anna Wolfsecker, die immer eine Befürworterin eines neuen Gymnasiums war, hat die Äußerung von Ministerialbeauftragtem Drauschke besonders beeindruckt: 50 Prozent der Realschüler hätten das Potenzial, in ein Gymnasium zu gehen. Wenn nur zehn Prozent die Möglichkeit nutzen würden, brauche man sich um Schülermangel keine Sorgen zu machen.
Die Argumentation von Landrat Josef Eppeneder, die Engpässe mit den Gymnasien in Furth und Seligenthal zu beheben, ist für die sechs Kommunalpolitiker nicht nachvollziehbar, da Freistaat und Gemeinden unabhängig vom Privatschulangebot ein ausreichendes Angebot an gymnasialen Plätzen bereitstellen müssten. Der Staat könne keine Schüler an private Schulen, an denen Schulgeld bezahlt werden müsse (in Furth sind es 30 und in Seligenthal 40 Euro pro Monat), zuweisen, erklärt Hans Keil. Da werde dann der Landkreis wohl mit bis zu 500000 Euro pro Jahr in die Bresche springen müssen, vermutet Hans Bauer.
"Wenn wir - was wohl ein einmaliger Vorgang wäre - die bereits erfolgte Zusage für den Bau eines neuen Gymnasiums ablehnen, entscheiden wir uns zum einen gegen optimale Bildungsbedingungen für unsere Kinder. Zum anderen bedeutet das, auf einen Staats- und wohl auch Bundeszuschuss zu verzichten und der Wirtschaft einen Auftrag zu entziehen", ist man sich einig. Ein neues Gymnasium stelle einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Landkreises dar.
Quelle : Gabi Lössl - Moosburger Zeitung







