Landratsamt: Gymnasien - Landkreis baut auf feste Zahlen

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Landratsamt: Gymnasien - Landkreis baut auf feste Zahlen

Fraktionssprecher und Landrat einig: Frage eines Neubaus auf Basis gesicherter Daten lösen


Landshut, ????: Die Frage, ob der Landkreis Landshut ein neues Gymnasium bauen soll oder nicht, wird auf der Grundlage solider und belastbarer Zahlen entschieden werden: Das ist der einhellige Tenor nach einem Treffen von Landrat Josef Eppeneder mit den Spitzenvertretern aller Fraktionen im Kreistag. Die Kreispolitiker kamen ebenfalls überein, das Thema nicht zum Gegenstand von Auseinandersetzungen im nächsten Kommunalwahlkampf zu machen.

Seit zwei Jahren ist auch der Neubau eines Gymnasiums auf Kreisebene in der Diskussion. Hintergrund ist zum einen insbesondere die Tatsache, dass die beiden Gymnasien in Vilsbiburg und Furth die vielen jungen Leute aus dem Landkreis, die ein Gymnasium besuchen, bei weitem nicht aufnehmen können.

Der Großteil der Gymnasiasten aus dem Landkreis Landshut geht daher in Schulen in der Stadt Landshut oder in sämtlichen umliegenden Nachbarlandkreisen: Für diese Schüler bezahlt der Landkreis Landshut nicht unerhebliche Gastschulbeiträge. Daher wurde in jüngster Zeit der Ruf danach lauter, dass der Landkreis Landshut eine neue Schule bauen solle: Ein Schlagwort war geboren, das vom "dritten Landkreis-Gymnasium" – neben dem Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium, das der Landkreis trägt, und dem Maristen-Gymnasium von Furth, das der Landkreis immer wieder massiv unterstützt, dessen Träger freilich seit diesem Schuljahr die Schulstiftung der Diözese Regensburg ist.

Aktueller Auslöser für eine lange hin und her wogende kommunalpolitische Diskussion war die Studie eines Augsburger Forschungsinstituts, aus der eindrucksvoll hervorgeht, dass in ganz Niederbayern und sehr wohl auch im Landkreis Landshut die Quote der Gymnasialschüler deutlich unter dem bayerischen Landesdurchschnitt liegt.

Was tun? Von Seiten der Fraktionssprecher kam der Vorschlag, eine eigene Sitzung zu diesem Thema abzuhalten mit dem Ziel, eine gemeinsame Linie zu finden. Landrat Josef Eppeneder holte sie an einem "runden Tisch" zusammen. Die stellvertretenden Landräte Josef Seidl und Johann Leipold nahmen daran teil, die Fraktionssprecher Josef Haselbeck (CSU), Hans Weinzierl (Freie Wähler), Peter Barteit (SPD), Michael Vogt (Bündnis 90/Grüne) und Lorenz Heilmeier (ÖDP), Bürgermeistersprecher Fritz Wittmann (Markt Essenbach) und sein Stellvertreter Hans Bauer (Markt Ergolding).

Gemeinsam mit den Ministerialbeauftragten für die Realschulen und die Gymnasien Niederbayerns, Michael Wagner und Klaus Drauschke, sowie einem Vertreter des Kultusministeriums, Oberregierungsrat Bernhard Puell, beleuchteten die Kommunalpolitiker das Thema aus allen möglichen Perspektiven: Der Bestand einer neuen Schule, so war man sich einig, sollte für mindestens 20 Jahre gesichert sein, besser noch für 30 Jahre.

Wie entwickeln sich die Geburtenraten, wie sieht es mit der Zuwanderung in den Landkreis Landshut aus, wie insgesamt mit den Übertrittsquoten auf weiterführende Schulen, was werden die nächsten, bereits absehbaren Änderungen im bayerischen Schulsystem sein? Alle diese Fragen wurden angeschnitten und gewichtet. Und es wurde im Rahmen einer gut zweistündigen Diskussion auch angeführt, dass die Planungen der Stadt Landshut und der Nachbarlandkreise mit einbezogen werden müssen in die Überlegungen.

Keine Frage: Die derzeitige Datenlage bietet keine solide Grundlage für eine Entscheidung Pro oder Contra "drittes Landkreis-Gymnasium". Und noch etwas wurde deutlich: Besonders viele Unwägbarkeiten bringt die Einführung des achtjährigen Gymnasiums mit sich – wie es sich auf künftige Schülerzahlen in einem geburtenschwachen Land auswirkt, ist in höchstem Maße unklar.

In allen diesen Punkten herrschte Einigkeit in der Runde aus Schulexperten und Kommunalpolitikern, die in der Verantwortung stehen. Aber ebenso große Übereinstimmung erzielte man bei dem Resümee, das die Kreispolitiker am Ende der Beratungen zogen: Die Informationsgrundlage sei ungenügend, ja manchmal diffus – aber gleichwohl werde man den Plan für ein drittes Gymnasium auf dem Boden des Landkreises Landshut weiter verfolgen: zu wichtig sei es, den jungen Landkreis-Bürgern die bestmöglichen Ausbildungschancen zu eröffnen, so der einhellige Tenor der Stellungnahmen der Kommunalpolitiker.

Eine Entscheidung werde man freilich nur auf einer soliden Daten-Grundlage treffen: Eine Bestandsaufnahme und Prüfung aller Fakten und die Überprüfung der Tragfähigkeit von Prognosen sollen im nächsten Jahr die Basis dafür schaffen, dass man eine Entscheidung treffen kann – gemeinsam, ausschließlich aufgrund sachlicher Erwägungen und zum Wohle aller Bürger und der Zukunft des Landkreises Landshut.

Quelle: Elmar Stöttner - Landratsamt Landshut

Teilnehmer am "runden Tisch" in der Frage eines "dritten Landkreis-Gymnasiums", von links: Fritz Wittmann, Hans Bauer, Hans Weinzierl, Johann Leipold, Landrat Josef Eppeneder, Josef Haselbeck, Michael Vogt, Peter Barteit und Lorenz Heilmeier.