Bundestag, 22.04.2009: Mündliche Fragen von Grünen-MdB Fell für die Fragestunde am 22.04.2009
Frage 22 (Arbeitsnr.: 38):
Welche Fälle sind der Bundesregierung international bekannt, bei denen Computersysteme von Atomkraftwerken mit schädlichen Programmen bzw. Programmteilen wie u.a. "Viren"
"Würmer", "Trojaner", "Rootkits" befallen bzw. infiziert wurden, und gab es dabei auch Fälle, in denen diese Programme bzw. Programmteile dazu beigetragen haben, dass die Performance des Kraftwerkes bzw. von Kraftwerksteilen wie z.B. dem Computersystem von der Standard·Performance abwich?
Antwort:
Der Bundesregierung ist ein Fall im Ausland bekannt, in dem in einem Kernkraftwerk der Anlagen·Prozessrechner mit einem Computervirus infiziert war. Dadurch war zunächst das Anzeigesystem für Sicherheitsparameter: beeinträchtigt und fiel für einige ~Stunden aus: Ebenfalls war der Anlagen-Prozessrechner für ca. 6 Stunden nicht verfügbar. Die automatisierten Sicherheits- und Betriebsfunktionen der Anlage waren hiervon nicht beeinträchtigt. Die Schadsoftware drang über eine ungeschützte Datenverbindung ein und nutzte eine nicht rechtzeitig geschlossene Sicherheitslücke eines Datenbankprogrammes. Entsprechende Software zum Schließen dieser Lücke war verfügbar.
Frage 23 (Arbeitsnr.: 39):
Wie schätzt die Bundesregierung die Fähigkeit von Atomkraftwerken ein, beim Auftreten von starken Fluktuationen innerhalb eines Tages in der sonstigen Stromerzeugung, hoch- bzw. runterzufahren und gibt es eine Einschätzung der Bundesregierung darüber wie oft Atomkraftwerke (wie z.B. Biblis A oder Brunsbüttel) jährlich rauf- und runtergefahren werden können, ohne dass dies Folgen für die Anlagensicherheit mit sich bringen würde ?
Antwort:
Kernkraftwerke können grundsätzlich kurzfristig hoch- und runtergefahren werden, auch in folge von starken Fluktuationen in der Stromerzeugung. Das häufige Hoch und Runterfahren ist jedoch mit starken Materialermüdungen verbunden, so dass die Atomkraftwerke vorzugsweise mit Vollast betrieben werden. Die Anlagensicherheit hängt u. a. vom Materialermüdungsgrad ab. Da das rauf und runterfahren die Materialermüdung beschleunigt, würde die Lebensdauer der Anlage bei häufigem Lastwechsel erheblich reduziert. Die atomrechtlichen Aufsichtsbebörden lassen sich regelmäßig darüber berichten, Inwieweit die Materialermüdung fortgeschritten ist.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Michael Müller
Parlamentarischer Staatsekretär
Mitglied des Deutschen Bundestages








