Ermittlungen gegen Firma wegen Gammelfleisch-Verdacht

1 post / 0 new
Letzter Beitrag
JR
Bild von JR
Offline
Beigetreten: 01.12.2007
Ermittlungen gegen Firma wegen Gammelfleisch-Verdacht

Einer der größten deutschen Geflügelfleisch-Produzenten steht in Verdacht, vergammeltes Fleisch in den Handel gebracht zu haben

Berlin 6.Dezember 2007: Ihre Behörde ermittle gegen die Firma Heidemark in Niedersachsen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Lebens- und Futtermittelgesetz, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg am Donnerstag. Es seien Niederlassungen der Firma in Garrel und Ahlhorn durchsucht worden. Das Unternehmen wies die von drei ehemaligen Mitarbeitern erhobenen Anschuldigungen als "gegenstandslos und haltlos" zurück. Es werde der Staatsanwaltschaft zur Seite stehen, um die Vorwürfe zu entkräften.

Bei der Durchsuchung haben die Behörden der Staatsanwaltschaft zufolge Fleisch in einem Kühlhaus sichergestellt, das in einem Labor untersucht werden soll. Das Fleisch sei in den Monaten eingelagert worden, um die es auch bei dem angeblichen Gammelfleisch gehe. Zudem seien Akten beschlagnahmt worden.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch drei gekündigte Angestellte der Firma. Diese hätten unter Eid versichert, in dem Betrieb sei vergangenen April und Mai "glitschiges und übelriechendes" Putenfleisch aus Polen umgepackt worden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es soll sich um mehrere Lkw-Ladungen gehandelt haben. Allerdings hätten die drei Ex-Mitarbeiter unterschiedliche Angaben zu den Mengen des verdorbenen Fleisches gemacht.

In einer Erklärung der Firma Heidemark hieß es, Hintergrund der aktuellen Vorwürfe seien "Machenschaften" der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, die im Zusammenhang mit den absehbar zugunsten des Unternehmens ausgehenden arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen "ihre Felle schwimmen sieht". Nur so sei erklärlich, dass Vorwürfe aus der ersten Jahreshälfte jetzt an die Medien getragen worden seien.

Auch das niedersächsische Agrarministerium warnte vor Vorverurteilungen. Der Betrieb werde regelmäßig von den Veterinären kontrolliert. Dabei seien bisher keine Auffälligkeiten zutage getreten. Von einer Gefahr für die Kunden sei nicht auszugehen, sagte Sprecher Gert Hahne. Es sei bemerkenswert, dass die Vorwürfe von den Ex-Mitarbeitern erst fünf Monate nach den angeblichen Verstößen erhoben worden seien. Auch aktuell sei die Hygiene einwandfrei, wie eine Untersuchung ergeben habe.

Im Zuge der Ermittlungen geriet auch eine Firma in Baden-Württemberg unter Verdacht. Nähere Auskünfte dazu wollte die Staatsanwaltschaft nicht machen.

In den vergangenen Jahren ist mehrmals Gammelfleisch entdeckt worden. Das Bundeskabinett hatte daher im November ein Gesetz auf den Weg gebracht, wodurch Händler mit Gammelfleisch künftig mit Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro rechnen müssen. Das Gesetz soll im Januar 2008 erstmals im Bundestag beraten werden.

Quelle: Reuters Deutschland

Edited by JR on 12.03.2011 - 10:49