AKW Biblis darf wieder ans Netz

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AKW Biblis darf wieder ans Netz

Nach der "Dübel"-Pause soll Biblis A wieder ans Netz



Biblis, 2. Dezember 2007:
Nach mehr als einjährigem Stillstand will der Betreiber RWE den ältesten noch laufenden Atommeiler Deutschlands, den Reaktorblock A im südhessischen Biblis, in den kommenden Tagen wieder hochfahren. Als Termin sei derzeit die Zeit vom 13. bis 15. Dezember geplant, sagte ein RWE-Sprecher. Allerdings liege die behördliche Genehmigung noch nicht vor.

Zugleich bestätigte der Sprecher einen Bericht der "Berliner Zeitung", wonach der monatelange Stillstand der beiden Reaktorblöcke A und B rund 1,1 Milliarden Euro gekostet hat.

Die Blöcke waren im Herbst 2006 wegen tausender falsch montierter Spezialdübel heruntergefahren worden. Die Dübel sollten unter anderem Rohrleitungen gegen Erdbeben sichern. Seither hat RWE in beiden Reaktorblöcken insgesamt 15.000 Dübel austauschen lassen. Bereits seit Samstag läuft der Reaktor Biblis B wieder. Das hessische Umweltministerium hatte die Genehmigung dafür am Freitagmorgen erteilt. Die Leistung soll über mehrere Tage stufenweise angehoben werden.

Die Blöcke A und B waren im Herbst 2006 wegen tausender falsch montierter Spezialdübel heruntergefahren worden. Die Dübel sollten unter anderem Rohrleitungen gegen Erdbeben sichern. Durch die falsche Montage war diese Sicherheit nicht mehr gegeben. Im Block B wurden nach Ministeriumsangaben etwa 7.500 Dübel saniert. Gleichzeitig sei der Reaktorblock während des Stillstands einer umfassenden Revision unterzogen worden.

Der 1974 erbaute Reaktor Biblis A ist der älteste noch laufende Atommeiler Deutschlands. Eigentlich sollte er nach dem Atomausstiegsgesetz 2008 stillgelegt werden. RWE hat jedoch die Übertragung von Laufzeiten anderer Atomkraftwerke auf Biblis A beantragt. Eine Entscheidung des Bundesumweltministeriums darüber steht noch aus.

Wir Grüne betrachten die Wiederanfahrgenehmigung als unverantwortlich und hmelden größte Sicherheitsbedenken an. Der lange Stillstand beider Blöcke habe gezeigt, dass die Stromversorgung auch ohne Biblis möglich sei. Die SPD bezeichnete die Atomkraft insgesamt als Auslaufmodell.

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Biblis Block A ging 1974 ans Netz, zwei Jahre später folgte Block B. Die beiden Kraftwerksblöcke sind mit jeweils einem Druckwasser-Reaktor ausgerüstet. Block A hat eine Leistung von 1200 Megawatt, Block B von 1300 Megawatt. Wenn beide fehlerfrei laufen, könnten sie mehr als die Hälfte des hessischen Stromverbrauchs decken.

Nach Angaben des Betreibers RWE haben die Reaktoren bislang über 450 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Diese Menge könne den Bedarf Hessens zehn Jahre lang decken.

In Hessens einzigem Atomkraftwerk arbeiten in etwa 1.000 Menschen. Davon sind nach RWE-Angaben 650 direkt bei RWE Power beschäftigt. Der Standort vergebe jährlich Aufträge im Wert bis zu 200 Millionen Euro. Rund 1.000 weitere Arbeitsplätze in Biblis und Umgebung sollen indirekt von Hessens größtem Energielieferanten abhängig sein.

Quelle: n-TV.de + uge
Edited by JR on 07.12.2007 - 15:47