Kultur des Hinschauens auch bei Kinderkrebs
Landshut, 20.12.2007: Zu den Äußerungen von Angela Merkel anlässlich des Kindergipfels in Berlin bemerken Rosi Steinberger und Stefan Haug, Bezirksvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Niederbayern:
Unsere Bundeskanzlerin hat absolut Recht, wenn sie eine Kultur des Hinschauens fordert. Kinderleid berührt uns alle und fordert unsere besondere Verantwortung. Die Grünen in Niederbayern sehen diese Verantwortung allerdings auch im Hinblick auf die kürzlich veröffentlichte Studie des Bundesamts für Strahlenschutz. In dieser Studie wurde nämlich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Kinderkrebs und allen deutschen Atomkraftwerksstandorten ermittelt.
„Auch wenn die Studie keine Aussagen über die Ursache der Kinderkrebshäufigkeit macht, ist doch der Zusammenhang eindeutig belegt“, meint Stefan Haug, Bezirksvorsitzender der niederbayerischen Grünen. „Kleine Kinder, die im Umkreis von 5 km um ein Atomkraftwerk wohnen, bekommen mehr als doppelt so oft Leukämie wie andere Kinder.“ Was wir hier brauchen, ist wirklich sofortiges Handeln, ist auch Rosi Steinberger überzeugt. Die Co-Vorsitzende im Bezirksvorstand wohnt selbst in der 10 km-Zone um die Kernkraftwerke in Ohu und ist empört über die Gleichgültigkeit, mit der viele Politiker diese alarmierenden Zahlen aufgenommen haben.
Was wir hier erleben, ist eine Kultur des Wegschauens, empören sich die Grünen. Die Kinderrechte beziehen sich gerade auch auf die gesundheitliche Unversehrtheit. Dieses Thema in den Kindergipfel aufzunehmen wäre das Gebot der Stunde.
Rosi Steinberger und Stefan Haug
Bezirksvorsitzende