Bahn kommt lieber über die Straße
Leserbrief zum PNP-Bericht „Lokführer streiken wieder“ vom 21. Dezember 2007:
Deggendorf, 24.12.2007: „Bewegung im Tarifstreit hätte es schon viel früher geben können, wenn Mehdorn und die ihn bisher voll unterstützende Bundesregierung nicht so stur gewesen wären.
Die Bundesregierung ist nämlich hundertprozentige Eigentümerin der Bahn und hat bisher so getan, als ginge sie der Streik aufgrund der Tarifautonomie überhaupt nichts an. Nachdem unser Bundesverkehrsminister Tiefensee in den Fernsehnachrichten zum ersten Mal gefragt wurde, wann er denn wegen der Unbeweglichkeit zwischen den Tarif-Parteien zurückzutreten gedenke, kam auf einmal wieder Bewegung in die Sache.
Unbekannt ist nämlich größtenteils, dass in der Schweiz die Lokführer über das Doppelte verdienen und in Frankreich, das durchaus vergleichbar ist, immer noch um über die Hälfte mehr. Für die verantwortungsvolle Tätigkeit und den unzumutbaren Schichtbetrieb bei uns durchaus eine Perspektive. Außerdem hat Mehdorn verschiedenste Ausweichgleise stilllegen lassen und die Fahrpreise erhöht, nur um die Bahn börsenfähig zu machen. Dafür nimmt er auch in Kauf, dass schon früher Kunden im Schienen-Güterverkehr absprangen.
Dies ist nicht zu verwundern, wickelt doch die Bahn auch den größten Teil des Güterverkehrs der ihr gehörenden Speditions-Firmen lieber über die Straße ab.“
Wolf-Günther Bergs
Deggendorf







