2009-11-25 Erneuerbare Energien machen den Strom billiger!

Erneuerbare Energien machen den Strom billiger!

Stellungnahme zu den angekündigten Strompreissteigerungen zum Jahreswechsel

Vilshofen, 25.11.2009 (FF) Mal wieder steigen die Strompreise. E.ON & Co. sagen auch warum: angeblich sind die Erneuerbaren schuld! „Tatsächlich steigt zum Jahreswechsel die Umlage über das EEG von bisher 1,2 auf 2 Cent pro kWh“, sagt Franz Feilmeier, energiepolitischer Sprecher der Grünen in Niederbayern. Damit wären die Erneuerbaren mit einem Anteil von 0,8 Cent an der Strompreissteigerung beteiligt. Sind die Erneuerbaren also tatsächlich am höheren Strompreis schuld? Nicht unbedingt, so Feilmeier. Denn gleichzeitig gibt es auch einen preismindernden Effekt. So führen großen Mengen an eingespeistem Wind- und Sonnenstrom zu einer Reduzierung der Börsenhandelspreise, also den Einkaufspreisen der Stromanbieter.

Der Effekt ist im Prinzip einfach: immer das teuerste Kraftwerk, das für den momentanen Stromverbrauch benötigt wird, bestimmt den Strompreis an der Börse, der dann für alle Kraftwerke gezahlt wird (Atomstrom kann also zwar vielleicht billig produziert werden – verkauft wird er immer zum aktuellen Marktpreis). Wenn also viel erneuerbarer Strom in das Netz eingespeist wird, werden die teuersten Kraftwerke, die ansonsten einen hohen Preis für den gesamten Strom bestimmen, gar nicht mehr gebraucht. Resultat: der gesamte Strom wird billiger, alle anderen Kraftwerke verdienen weniger. Dieser Effekt ist als „Merit-Order-Effekt“ bekannt und ein Grund dafür, dass sich die Konzerne, die Strom herstellen und verkaufen, vehement gegen erneuerbare Energien wehren und Schwarz-Gelb für sich in den Kampf ziehen lassen.

„Dieser Effekt lässt den Einkaufspreis, den Stromverkäufer wie Stadtwerke im Jahr 2010 durchschnittlich bezahlen, um 1,5 Cent pro kWh fallen“, erklärt Feilmeier.

Niederbayerns Grüne fordern daher die Energiekonzerne auf, den Strompreis nicht wie jedes Jahr praktisch aus Gewohnheit anzuheben, sondern die positiven Börseneffekte aus verstärkter Nutzung erneuerbarer Energien und einem geringeren Verbrauch so auch endlich an die Verbraucher weiterzugeben.

Franz-Josef Feilmeier
energiepolitischer Sprecher der Grünen in Niederbayern