2010-03-24 Horrorszenario um 60 Jahre alte Atommeiler

Horrorszenario um 60 Jahre alte Atommeiler

Kumhausen, 24.3.2010: (RS) Die Grünen in Niederbayern sind entsetzt über die derzeitigen Gedankenspiele der Union, Atomkraftwerke bis zu 60 Jahre lang laufen zu lassen. „Jeder weiß, dass technische Anlagen einem Alterungsprozess unterworfen sind“, sagt Rosi Steinberger, Vorsitzende der Grünen in Niederbayern. Das gilt insbesondere auch für alle alten AKWs wie Isar 1, welche durch immer häufiger auftretende Störfälle immer häufiger außer Gefecht gesetzt werden.

Woher nehmen die Wirtschaftspolitiker der Union eigentlich das Recht zu behaupten, dass ein AKW 60 Jahre alt werden kann, fragen die Grünen. Noch ist weltweit kein kommerzielles AKW älter als 42 Jahre, wobei die deutschen Anlagen zu den Ältesten gehören. „Die mit dem Alter zunehmende Störfallanfälligkeit erhöht massiv die Gefährdung der Bevölkerung“, sagt auch Josef Rosner, Co-Vorstand der Grünen.

Bei einem Gau in Ohu muss mit einer nur sehr geringen Vorwarnzeit von wenigen Stunden gerechnet werden. Eine Evakuierung der umliegenden Ortschaften bis Landshut ist dann vermutlich gar nicht mehr möglich, weil schlicht und einfach die Zeit dafür fehlt. Wer eine derartige Laufzeitverlängerung propagiert, nimmt bewusst dieses enorme Risiko in Kauf, so die Grünen.
Die Unionspolitiker argumentieren mit dem angeblich billigen Strompreis durch Atomkraft. Dabei übersehen sie, dass Atomenergie sehr hohe externe Kosten verursacht. Als Beispiel sei nur die Asse genannt, deren Milliarden teure Sanierung die Allgemeinheit bezahlen muss. Außerdem ist bereits jetzt zu viel Strom im Netz. Die Stromkonzerne bezahlen immer öfter dafür, dass sie ihren überflüssigen und schwer regelbaren Atomstrom loswerden. „Die Kosten dafür werden natürlich auf den Strompreis aufgerechnet. Darüber spricht nur keiner“, so Steinberger.

Jeder kann sich ausrechnen, dass es keinen Sinn macht, immer mehr Kapazitäten aufzubauen, aber im Gegenzug keine Altanlagen vom Netz zu nehmen. Wenn der Umbau zu den Erneuerbaren Energien also kein Lippenbekenntnis sein soll, dann muss der einmal beschrittene Weg auch fortgesetzt werden. Die Atomkraft ist eine Brückentechnologie. Aber auch diese Brücke hat ein Ende, sagen die Grünen, und zwar spätestens im Jahr 2022.


Rosi Steinberger
Bezirksvorsitzende der Grünen in Niederbayern
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