2010-05-25 Gaskraftwerk Haiming – Energiemonster am Bedarf vorbei ?

Gaskraftwerk Haiming – Energiemonster am Bedarf vorbei ?

Osterhofen, 26.5.2010: (JR) Am vergangenen Freitag trafen sich die niederbayerischen Bezirks-Grünen zu ihrer Sitzung in Kirchdorf am Inn. Hauptthema der Veranstaltung war das geplante Gaskraftwerk im oberbayerischen Haiming und die geplanten 380-kV Leitungen samt diverser Standorte für 380-kV-Umspannwerke in und um die Gemeinden Simbach, Kirchdorf und Julbach. Hans Feirer, grüner Gemeinderat in Kirchdorf und Sprecher der Bürgerinitiative Julbach-Kirchdorf-Simbach erläuterte in seinem Fachvortrag die Maßnahmen und deren mögliche Auswirkungen auf die Natur und die dort lebende Bevölkerung. Doch obwohl eine aufrüstbare 220-kV Leitung nahe des geplanten Standortes vorhanden wäre, hält man seitens der Betreiber an der Trasse durch die Gemeinden in Niederbayern fest. Es wurde deutlich gemacht, dass das Kraftwerk mit etwas über 50% Wirkungsgrad die gesamte thermische Energie in die Umwelt verpufft und der erzeugte Strom gar nicht für den Bedarf vor Ort gebraucht wird.

5.500 Stunden im Jahr soll das Kraftwerk in Betrieb sein, dafür werden 1 Million Liter Wasser pro Stunde mit Bioziden angereichert zur Kühlung gebraucht, was insgesamt betrachtet einem 350 Hektar großen See entspricht. 660.000 Liter davon verdampfen -samt Bioziden- pro Stunde, der Rest wird mit 35 Grad Temperatur dem Gewässer rückgeführt. „Es kann und darf nicht sein, dass die beiden Genehmigungsverfahren voneinander getrennt behördlich geprüft und genehmigt werden sollen, das Kraftwerk in Oberbayern und die zugehörige Infrastruktur in Niederbayern, denn Niederbayern würde mit einem positiven Bescheid zum Kraftwerksbau vor vollendete Tatsachen gestellt“. Nachdem der Gemeinderat von Julbach und Kirchdorf bereits beschlossen hat, alles zu tun, um die Trassen zu vermeiden muss man nun den Bürgerentscheid in Simbach abwarten. Dann hätten alle Beteiligten ein Jahr Zeit, eine bessere Möglichkeiten zu suchen. „Mehrere dezentrale Blockheizkraftwerke mit bis zu 95 % Wirkungsgrad wären nach Meinung der Grünen die wesentlich bessere Alternative“.

In diesem Zusammenhang weist Josef Rosner, Bezirksvorsitzender der Grünen in Niederbayern, auf den am 19.Juni 2010 stattfindenden Energiekongress der Grünen in Plattling hin - zum Thema: „Energiewende in Niederbayern - Energieautark auch ohne Atom“. Weitere Informationen dazu im Internet: http://www.gruene-niederbayern.de

Josef Rosner
Bezirksvorsitzender der Grünen in Niederbayern
Römerstr. 7
94486 Osterhofen
08547 / 913055