2010-09-06 „Stuttgart 21“ gefährdet Arbeitsplätze in Südostbayern

„Stuttgart 21“ gefährdet Arbeitsplätze in Südostbayern

6.9.2010 (rs) Die Wacker Chemie AG in Burghausen hat angekündigt, wichtige Zukunftsinvestitionen nicht mehr im südostbayerischen Chemiedreieck durchzuführen, weil notwendige Verkehrsprojekte seit Jahren verschleppt werden. Das Unternehmen verweist dabei vor allem auf die Zugstrecke München-Freilassing, deren notwendiger, zweigleisiger Ausbau mit durchgängiger Elektrifizierung am Geldmangel scheitert.

„Auf der anderen Seite soll für 5 Milliarden Euro das Prestigeprojekt Stuttgart 21 durchgezogen werden - gegen den Widerstand der Bürger, und gegen jede wirtschaftliche und verkehrspolitische Vernunft“ sagt Frank Steinberger, wirtschaftspolitischer Sprecher der niederbayrischen Grünen. „Die Vernachlässigung der Schieneninfrastruktur und die Verschwendung der knappen Bundesbahn-Geldmittel für sündteure Luxusprojekte gefährden jetzt also auch bayerischen Industriestandorte“ so Steinberger weiter. Hier müsse der Verkehrsminister für eindeutige Prioritäten sorgen.

Auf jeden Fall wünschen die Grünen den Stuttgartern viel Erfolg in ihrem Kampf gegen das geldverschlingende Bahnhofsmonster „Stuttgart 21“. „Die Pläne von Wacker Chemie zeigen, dass eine Verhinderung des Projekts auch im ureigenen Interesse vieler niederbayerischer Arbeitnehmer ist, die im Chemiedreieck ihren Arbeitsplatz haben. Dann werden auch die dringend benötigten Mittel für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur frei und Arbeitsplätze zukunftssicher gemacht“.


Rosi Steinberger
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