Energie-Prognose für das Jahr 2030
Landshut, 4.10.2010 (LZ) „Schon 2030 kann Deutschland seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken." Das war die zentrale Aussage im Vortrag des Sprechers für Energiepolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell, am Freitagabend im Bernlochner. Rund 50 Zuhörer kamen laut den Grünen zu der Veranstaltung unter dem Motto „Atomkraft, ich bin doch nicht blöd", die von der Bundestagsfraktion organisiert wurde. Fell belegte seine Aussage mit einer Fülle von Daten und Detailinformationen. Dabei setzte er sich ausführlich mit dem Energiegutachten der Firma EWI-Prognose auseinander, das als Grundlage für das kürzlich vorgestellte Energiekonzept der Bundesregierung dient.
Dieses Gutachten enthalte erschreckende Zahlen: Der Zubau der erneuerbaren Stromerzeugung bei den Windkraftanlagen auf dem Land werde mit einem Rückgang von 65 Prozent prognostiziert, bei der Photovoltaik betrage der Rückgang 75 Prozent und bei der Biomasse sogar 85 Prozent. Das beweise, dass die Bundesregierung die dezentrale Energieerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen praktisch abwürgen wolle. „Die Konzerne wollen schlicht ihre Pfründe sichern und dazu die dezentrale Energieerzeugung der vielen Energiewirte und Stadtwerke, die in Windkraft, Solarenergie, Biomasse, in Geothermie und andere Erneuerbare Energien investieren wollten, stoppen." Fell setzte sich auch mit der Kostensituation auseinander: Es sei richtig, dass die Förderung von Photovoltaik viel Geld erfordere. Die Gesamtfördersumme beläuft sich nach Fells Worten auf 4,6 Milliarden Euro. Es werde aber verschwiegen, dass die mit diesem Geld geförderten Anlagen den Import von Primärenergieträgern wie Öl und Gas im Wert von 6,4 Milliarden Euro vermieden. „Denn den Wind oder die Sonne, die gibt es umsonst", sagte Fell.
Zu Beginn der Veranstaltung hatte Oberbürgermeisterkandidat Dr. Thomas die Situation der Stadtwerke dargestellt. Auch Landshut habe ein Energiekonzept, dass zwar erst für 2037 die komplette Versorgung mit erneuerbaren Energien vorsehe. Allerdings sei man hier vollkommen in der falschen Richtung unterwegs. Keyßner warf Rampf vor, „das Ziel des von ihm mit unterzeichneten Energiekonzeptes völlig aus den Augen verloren" zu haben.
Quelle: Landshuter Zeitung