2010-11-22 Atomkraft hat den Steuerzahler bereits 200 Milliarden gekostet

Atomkraft hat den Steuerzahler bereits 200 Milliarden gekostet

In diesen Tagen bekommen viele Haushalte ein Schreiben der Energieversorger ins Haus. Darin kündigen sie eine Preiserhöhung an, die sich aus dem Erneuerbare Energien Gesetz ergibt. Künftig werden für jede Kilowattstunde 3,5 Cent als Umlage für unsere „Zukunftsenergien“ gezahlt. Je nach Stromanbieter erfolgt die Ankündigung als „notwendig für eine gute Sache“ oder als „teurer Luxus“. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖM) hat nun zum Vergleich eine Studie veröffentlicht, wie viel Geld bisher in die Förderung der Atomkraft geflossen ist.

Das Ergebnis: bis heute hat die Atomkraft in Deutschland insgesamt 204 Milliarden Euro gekostet. Umgelegt auf alle bisher von Atomkraftwerken produzierten Kilowattstunden bedeutet das eine Förderung von 4,3 Cent je Kilowattstunde. Doch damit nicht genug: In den nächsten Jahren werden weitere 100 Milliarden Euro notwendig, zum Beispiel für die Entsorgung von Atommüll. Atomstrom ist also nur scheinbar günstig. Denn alle diese Subventionen, Steuererleichterungen und die Kosten für Atommülllager wie Asse II erscheinen nicht auf unserer Stromrechnung. Stattdessen werden sie komplett aus unseren Steuern finanziert.

Die Grünen haben sich bei der Einführung des Erneuerbare Energien Gesetzes im Jahre 2000 dafür eingesetzt, dass die Kosten für den Verbraucher jederzeit transparent sind, und auf den wirklichen Stromverbrauch verteilt werden müssen. Je weniger Strom ein Haushalt verbraucht, umso weniger EEG-Umlage muss er also bezahlen. Dagegen ist die Förderung der Atomkraft unabhängig vom Verbrauch und wird dadurch gleichermaßen von allen Steuerzahlern getragen.

Rosi Steinberger, Vorsitzende der Grünen in Niederbayern ist sicher: „Für die Nutzung der Atomkraft haben wir schon genug gezahlt. Der einzige Weg in die Zukunft kann nur lauten: auf diese teure, gefährliche und auf wenige Konzerne zentrierte Lobby-Energie verzichten und stattdessen weiterhin den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern, selbst wenn dies einen Durchschnitts-Familienhaushalt überschaubare 10 Euro pro Monat kostet“ und ergänzt: „Das ist sinnvoll investiertes Geld in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die Zukunft unserer Kinder.“

Rosi Steinberger, Josef Rosner
Vorsitzende der Grünen in Niederbayern