Dreisessel: Grüne protestieren gegen das Endlager in Boletice

Grüne protestieren gegen das Endlager in Boletice

Kritik an tschechischer Regierung - Mitsprache der Öffentlichkeit gefordert

Haidmühle 3.6.2009 (coy) Anlässlich der Diskussion über ein mögliches Atommüll-Endlager Boletice im Böhmerwald, nur etwa 30 Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt, demonstrierten etwa 20 bayerische, oberösterreichische und tschechische Grüne grenzüberschreitend für die konsequente Umsetzung des Ausstiegs aus der Atomenergie. Bei diesem Treffen von Atomkraftgegnern, Mandatsträgern und grünen Mitgliedern auf dem Dreisessel wurde das vehemente Nein zu dieser Energieform bekräftigt.

Grüne Mandatsträger aus den drei Regionen

So meinte Dalibor Strasky, Vorsitzender der südböhmischen Grünen: „Wieder einmal soll an den Menschen vorbei entschieden werden. Nachdem die Suche eines Endlagers bisher an den massiven Protesten der Bürger scheiterte, ist jetzt die tschechische Regierung mit der Idee gekommen das Endlager in den rein staatlichen Truppenübungsplätzen zu realisieren. Wir böhmische Grüne verurteilen diese Vorgangsweise auf das Schärfste. Wir fordern die Mitsprache und die Kontrolle der Gemeinden und der Öffentlichkeit bei der Suche von Standorten.“

MdL Ludwig Hartmann, Energiesprecher der bayerischen grünen Landtagsfraktion, sagte: „Nur wenn wir geschlossen am Atomkraftausstieg festhalten, sind wir auch glaubwürdig im Widerstand gegen das Endlager Boletice. Wenn Ministerpräsident Seehofer und Minister Herrmann sich vor diesem Hintergrund einerseits für eine Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke aussprechen, gleichzeitig die CSU aber Widerstand gegen ein Atom-Endlager an der tschechisch-bayerischen Grenze ankündigt, ist das eine weitere Demonstration der völligen Unglaubwürdigkeit und Inkompetenz.“

„Die mögliche Errichtung eines Atommüll-Endlagers im Dreiländereck ist völlig abzulehnen“, sagte auch die oberösterreichische grüne Umweltsprecherin MdL Ulrike Schwarz. „Wie bitteschön sollen die einheimischen Gastronomen dem potenziellen Gast einen erholsamen Böhmerwald mit einem Jahrmillionen strahlenden Tiefparterre vermitteln?“ MdL Sepp Daxenberger sagte: „Ich hätte nie gedacht, das die Bretter vor den Hirnen so dick sein können.“ Der finanzpolitische Sprecher der Grünen, MdL Eike Hallitzky, verwies auf die enormen Arbeitsplatzpotenziale in den erneuerbaren Energien und forderte deren konsequente Unterstützung.

Hermann Schoyerer - MdBezirksvorstand Grüne Niederbayern