Kumhausen, 28.9.2009 (RS) Hatte es zum Schluss des Wahlkampfs noch nach einer Neuauflage der Großen Koalition ausgesehen, ist nun doch eine Schwarz-Gelbe Regierung zustande gekommen.
„Aus grüner Sicht ist das die Schlimmste aller Kombinationen“, meint Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen in Niederbayern. Nun müsse man sich auf einen deutlichen Sozialabbau einstellen, sowie einige umweltpolitische Grausamkeiten.
„Wir sind gespannt, wie die FDP mit dem Thema Donauausbau umgehen wird“, sagt Josef Rosner, der für die Grünen in Deggendorf/Freyung angetreten war. Schließlich hatte diese Partei den sanften Donauausbau in ihrem Wahl-Programm. Es sei aber zu befürchten, dass die FDP hier ein Bauernopfer bringen und der C280-Variante mit einer oder mehreren Staustufen zustimmen wird. Ausreichend Stimmen hätten sie ja, auch wenn Herr Mayerhofer dagegen stimmt. In Bayern habe sie sich die FDP auch bereits erfolgreich um eine Entscheidung für die frei fließende Donau gedrückt.
„Wo sich Schwarz und Gelb einig sind, ist die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke“, fürchtet Stefan Haug, Co-Vorsitzender der Grünen aus Rottal-Inn. Jedenfalls sind die Aktienkurse von EON und RWE nach der Wahl schon einmal in die Höhe gegangen, die Solarwerte aber sinken. „Aber die Anti-Atombewegung ist wieder erstarkt und wird wenn nötig, den Protest weiter auf die Straße tragen“, prophezeit Haug. „Die Mehrheit der Deutschen will weg vom Atomstrom und wir werden sie nach Kräften unterstützen.“
Stolz sind die Grünen in Niederbayern, dass sie nun mit einem eigenen Abgeordneten, Dr. Thomas Gambke, im deutschen Bundestag vertreten sind. „Das gibt uns Grünen Auftrieb“, ist Rosi Steinberger sicher. Somit haben die Grünen mit der SPD gleichgezogen. Denn die Niederbayern-SPD stellt im neuen Bundestag mit Florian Pronold auch nur noch einen einzigen Abgeordneten.
Die kommenden Jahre werden hart, sind sich die Grünen in Niederbayern sicher. „Das ist wie vier Jahre Gelbsucht“, meint Rosi Steinberger. „Das ist auch nicht lustig, aber man kann´s überstehen.“ Damit machen sich die Grünen auf in die Opposition und versprechen, der neuen Regierung genau auf die Finger zu sehen.
Rosi Steinberger
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