Kumhausen, 30.9.2009 (RS) Das Prognos-Institut hat die Zukunftsfähigkeit der Städte und Landkreise in Deutschland untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass die Zukunft für Niederbayern nicht gerade rosig aussieht. In dieser Untersuchung hat das Institut sieben sogenannte „Wachstumsbranchen“ benannt und geprüft, wie stark diese Branchen in den verschiedenen Landkreisen vertreten sind.
„Das Ergebnis ist absolut willkürlich“, meint dazu Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen in Niederbayern. Schon die Tatsache, ganz Deutschland über einen Kamm zu scheren und keine regionalen Besonderheiten zu berücksichtigen, ist fragwürdig. Auch die Auswahl der Zukunftsbranchen ist nicht immer nachzuvollziehen. Es fehlt zum Beispiel völlig die Sparte Nachhaltige Energie, obwohl gerade hier in den letzten Jahren etwa 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland entstanden sind.
Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass an der Spitze der Studie die Großstädte gelandet sind. „Was sagt das aber über die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums aus? Nichts!“, meint auch Stefan Haug, Co-Vorsitzender der Grünen im Bezirk. Wir sollten uns wegen dieser Untersuchung keine grauen Haare wachsen lassen.
Für den ländlichen Raum haben die Grünen ganz andere Ideen. Wenn der ländliche Raum Zukunftsperspektiven bieten soll, brauchen wir regionale, integrierte Entwicklungspläne. Jede Region muss sich auf ihre Stärken besinnen. Das kann nachhaltiger Tourismus sein, oder ökologische, gentechnikfreie Landwirtschaft. Regionale Wirtschaftskreisläufe müssen gestärkt und gefördert werden. Wichtig sind die Versorgung mit Breitband in den letzten Winkel und eine familienfreundliche Infrastruktur, so die Grünen. Außerdem sollten wir die Natur als Standortvorteil nutzen und die schöne Landschaft nicht mit immer noch mehr Straßen verschandeln.
Wir müssen weg von der Gießkannenförderung hin zu einer gezielten Unterstützung zukunftsfähiger Ideen. Und die können in jeder Region anders aussehen. Nur eins hat Prognos richtig erkannt, sagt Rosi Steinberger. Dort heißt es: Es ist davon auszugehen, dass Wissen zukünftig noch stärker als heute schon zur zentralen Ressource und damit zum Schlüssel für ökonomischen Erfolg wird.
Wie fördert man aber Wissen im ländlichen Raum? Indem man die Schulen im Dorf lässt und nicht ausbluten lässt, so wie das jetzt in ganz Bayern passiert. Das wäre schon einmal ein erster Schritt, nachdem man die Prognos-Studie in den Papierkorb geworfen hat.
Rosi Steinberger
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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Dr. Toni Hofreiter, MdB
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