Landshut, 5.12.2008: (RS) Ein Jahr nach der Veröffentlichung der Studie über die Gefährdung von Kleinkindern in der Umgebung von Atomkraftwerken fragen sich die Grünen im Landkreis Landshut, welche Konsequenzen aus dieser Studie bisher gezogen worden sind. Bisher ist aber noch nicht viel passiert. Allerdings hat das Bundesamt für Strahlenschutz das Ergebnis in einer Stellungnahme vom 9. Oktober 2008 bestätigt.
Hier ein Auszug:
In der KiKK-Studie wurde eine signifikante Abhängigkeit zwischen dem Wohnen in der Nähe von Kernkraftwerken und dem Risiko unter 5 Jahre alten Kindern gefunden, an Krebs zu erkranken. Dies gilt insbesondere für alle Leukämien und für akute lymphatische Leukämien. Der Risikoanstieg im Umkreis von 0-5 km war am höchsten, aber auch im Bereich von 0-10 km wurde ein statistisch signifikanter Anstieg beobachtet.
Unklar ist aber nach wie vor die Ursache der vermehrten Krebsfälle bei Kleinkindern. Die in der Umgebung von Atomkraftwerken gemessene Strahlung ist offensichtlich zu gering, um diese vermehrten Krebsfälle zu erklären. Obwohl es keine ungefährliche radioaktive Strahlung gibt, ist dadurch aber nicht die eindeutige Häufung der Krebsfälle in Abhängigkeit von der Nähe zu einem AKW zu erklären. „Die Ursache für die Kinderkrebsfälle wird man vielleicht nie finden“, meint dazu Rosi Steinberger, Kreisvorsitzende der Grünen im Landkreis. Aber unwiderlegbar mache die Nähe zu einem Atomkraftwerk krank. Und zwar todkrank!
Viele Wissenschaftler zerbrechen sich seit der Veröffentlichung der Studie die Köpfe über die wahrscheinliche Ursache der Krebsfälle. Hier mischt sich der Biologe und Bundestagsabgeordnete Dr. Toni Hofreiter in die Diskussion ein. „Die radioaktive Strahlung, die laufend gemessen wird, ist die so genannte Gamma-Strahlung, eine elektromagnetische Strahlung“. Diese sei zwar nicht so gefährlich, wie die Alpha oder Beta-Strahlung, aber sie habe den Vorteil, dass man sie leicht messen könne. Die größte Gefährdung für biologische Organismen gehe aber von der Alpha-Strahlung aus. Die Partikel, die eine solche Strahlung aussenden, seien aber praktisch nicht zu finden, da die Reichweite für diese Art von Strahlung nur wenige Zentimeter betrage. Werden aber so genannte Alpha-strahler in den Körper aufgenommen, richten sie dort verheerende Schäden an. Zum Beispiel beträgt die Menge an Plutonium, einem Alpha-Strahler, die in die Lunge eines Menschen gelangen muss, damit dieser an Krebs erkrankt 0,000001 Gramm.
„Es könnte sein, dass in der Vergangenheit diese gefährlichen Partikel aus Atomkraftwerken entwichen sind und nun in der Umgebung herumliegen. Dann stellen diese eine riesige Gefahr für alle Bewohner dar. Aber vermutlich wird man diese Teilchen nie finden. Und wer kann schon sicher stellen, dass das in der Zukunft nicht wieder passieren kann, wo man doch die Mechanismen der Freisetzung noch gar nicht kennt“, meint Rosi Steinberger. Was man aber sicher weiß, ist, dass die Strahlenexposition in der Umgebung von Siedewasserreaktoren, wie dem KKI 1, am höchsten ist. Deshalb muss schon aus Schutzmassnahme für die umliegende Bevölkerung das KKI 1 sofort vom Netz genommen werden.
Zum Anhang: Auszug aus der KiKK-Studie. Zu erkennen ist die deutliche Häufung der Fälle in Abhängigkeit zum AKW. Hier wurden alle Fälle in einem Schaubild zusammengefasst. Mit erhoben sind auch die Standorte der gesunden Kinder, die man zur Kontrolle gegenüber gestellt hat.
eine gute Informationsquelle ist auch das Öko-Institut in München.
Frau Wurzbacher ist Physikerin und war im Expertengremium, das die KiKK-Studie begleitet hat.
Karin Wurzbacher
Umweltinstitut München e.V.
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Rosi Steinberger - Bezirksvorsitzende der Grünen Niederbayern