| 12.02.2009 - 19:30 | |
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Beginn: 19:30
Ende: 22:30
Solarstromanlagen ab 2009 so luktativ wie nie zuvor:
Einführung: Dr. Thomas Gambke, Bewerber um das Direktmandat Wahlkreis Landshut-Kelheim
Das neue EEG: Rolf Fahle, Solar GmbH Furth
Finanzierung: Sparkasse Landshut
Versicherung: Lisa Rauschhuber, Versicherungsmaklerin
Bürgersaal, Kapellenweg 1, Rottenburg
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen
Vilsbiburg, 22. Januar 2009 ,,Solarstromanlagen sind seit Anfang des Jahres so lukrativ wie nie zuvor.'' Das war die Botschaft einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der Grünen in Stadt und Landkreis im ,,Gsellnhaus". Vor allem der Mittelstand, Handwerks- und Gewerbebetriebe Handwerks- und Gewerbebetriebe profitieren durch das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mehr als bisher. Eine noch weitgehend unbekannte, neue Regelung ermöglicht es erstmals, den selbst erzeugten Solarstrom nicht nur zu verkaufen, sondern auch wirtschaftlich selbst zu verbrauchen. Dabei wird der Strom für den Selbstverbrauch ebenfalls nach dem neuen EEG vergütet.
Es spricht derzeit vieles dafür, freie Finanzmittel in Solarstrom zu investieren. Während man davon ausgehen muss, dass der von den Energiekonzernen hergestellte Strom in den nächsten 20 Jahren im Preis wohl weiter steigt, wird der selbst genutzte Solarstrom keinen Cent teurer. Gleichzeitig sinken die Solar-Modulpreise. Somit sei mit einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals bis in den zweistelligen Bereich zu rechnen, sagte Rolf Fahle, Geschäftsführer der Solar GmbH in Furth, in der gut besuchten Veranstaltung.
Insbesondere Gewerbe- und Handwerksbetriebe, aber auch größere Büros könnten eine hohe Selbstverbrauchsquote erreichen und damit eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit als nach dem bestehenden EEG erzielen - selbst wenn sich die Vergütung des verkauften Solarstroms nach dem neuen EEG um acht Prozent auf 43 Eurocents/kWh reduzieren wird. Bisher gab es dafür gar nichts. Deshalb musste die Energie komplett ins Stromnetz eingespeist, also vom Erzeuger ,,verkauft" werden. Die neuen Preise seien für 21 Jahre festgeschrieben, erklärte Fahle.
Und ein weiterer Vorteil kommt den Unternehmen umständehalber entgegen: Eine Solaranlage produziert naturgemäß nur bei Tageslicht - also zu eben jener Zeit, in der auch in den Betrieben gearbeitet wird. Dagegen verbrauchen gerade Berufstätige grundsätzlich tagsüber daheim verhältnismäßig wenig Strom und können (oder müssen) folgerichtig mehr überschüssige Energie verkaufen. Bei großen Dachflächen der Betriebe sei im günstigen Fall eine Quote von bis zu 70 Prozent, in Einzelfällen sogar bis zu 100 Prozent denkbar, sagte Fahle. Und auf den jüngsten Gasstreit anspielend: ,,Niemand kann die Sonne hindern, auf unsere Dächer zu scheinen."
Die neue Regelung bedeutet im Endeffekt, dass Bürger, die ihren Strom in Solaranlagen selbst erzeugen, einen über Jahrzehnte hinaus garantierten Strompreis von rund 18 Cent pro Kilowattstunde zahlen: ,,Da können schon jetzt viele Versorger nicht mithalten. Und in den nächsten Jahren werden die Strompreise garantiert nicht sinken", sagte Fahle. Je höher die Energiepreise in den kommenden Jahren klettern, desto größer sei die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen.
Vilsbiburg und das Vilstal haben gegenüber der Landkreismitte zudem einen kleinen Vorteil, sagte
Kreis- und Stadträtin Gisela Floegel: Hier scheine die Sonne nachweislich länger als im Isartal, das am Morgen gerne im Nebel verharrt. Sie verwies nicht ohne Stolz darauf, dass Stadt und Landkreis Landshut europaweit eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der privaten Solarkraftwerke übernommen hätten.
In Bayern könnten nach Ansicht von Dr. Thomas Gambke, dem wirtschaftspolitischen Sprecher der Grünen, mit der Energiewende 70 000 Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Betrieben, vor allem im Handwerk, geschaffen werden. "Gerade die Finanzkrise hat die Solidität von privaten Investitionen in Solarenergie mit seinem festen Vergütungssystem gezeigt. "
Auf der Veranstaltung stellte der Kreisverbandsvorsitzende der Volks- und Raiffeisenbanken, Richard Erhardsberger, Finanzierungsmöglichkeiten von Solaranlagen vor. Laut Erhardsberger rechnen sich Photovoltaikanlagen sogar dann noch, wenn sie komplett per Kredit finanziert wird. Klar ist aber auch hier: Je höher der Eigenanteil, desto lukrativer wird die Anlage. Versicherungsmakler Manfred Körber stellte schließlich noch mögliche Schäden und die dazu passende Versicherung vor.
In der ausführlichen Diskussion ging es vor allem um technische Details. So scheint die Technik des Wechselrichters - dem Gerät, das den produzierten Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist - gerne störanfällig. Dies sei aber seinen Erfahrungen nach zum Teil auch herstellerabhängig, sagte Rolf Fahle. Er riet zu einer Garantieverlängerung, die bis zu fünf Jahren angeboten wird.
Quelle: Georg Soller - Artikel aus der Vilsbiburger Zeitung vom 30. Januar 2009
Mit der neuen Richtlinie zum Marktanreizprogramm (Themenseite beim BAFA) gelten die bestehenden Fördersätze für alle Technologien unverändert fort, um weitere Kontinuität in den Markt zu bringen. Dies hat jetzt das Bundesumweltministerium (BMU) bekannt gegeben. Für künftige Neubauten wird die Förderhöhe im Vergleich zum Altbau allerdings gesenkt. Neubauten müssen nach dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz ab 1. Januar 2009 eine Nutzungspflicht zum Einsatz erneuerbarer Energien erfüllen. Deshalb, so das BMU, werden für Neubauten die bestehenden Basisfördersätze um 25% reduziert. Allerdings kann die Bonusförderung im Neubau in voller Höhe erfolgen.
Das Bundesumweltministerium stellt im laufenden Jahr 400 Mio. Euro zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt zur Verfügung. Die unveränderte Fortführung des MAP soll „Kontinuität in den Markt bringen“. Wie das Geld bei gleichen Fördersätzen ausgereicht werden soll, bleibt aber noch unklar. Schon 2008 wurden nicht alle verfügbaren Mittel abgerufen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ist dennoch zuversichtlich: „Wir haben mit Fördermitteln in Höhe von 236 Mio. Euro 2008 insgesamt über 150.000 Investitionen in Technologien zur Produktion von Wärme aus erneuerbaren Energien ausgelöst. Damit haben wir für ein Investitionsvolumen von 1,6 Mrd. Euro gesorgt. Im laufenden Jahr wird diese auch konjunkturpolitisch bedeutsame Summe weiter steigen.“
Quelle: GLR
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Rahmen des Marktanreizprogramms des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Im Interesse einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Energieversorgung, angesichts der nur begrenzten Verfügbarkeit fossiler Energieressourcen sowie aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes fördert die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien im Energiemarkt. Das Ziel der Förderung ist, den Absatz von Technologien der erneuerbaren Energien im Markt durch Investitionsanreize zu stärken und deren Wirtschaftlichkeit zu verbessern.
2008 wird die Förderung für erneuerbare Energien im Wärmemarkt mit neuen Schwerpunkten fortgesetzt. Für das Marktanreizprogramm stehen in diesem Jahr bis zu 350 Millionen Euro zur Verfügung, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Als Teil des integrierten Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung hat das Bundesumweltministerium eine neue Förderrichtlinie für das Marktanreizprogramm erlassen, die unbefristet ab 2008 gilt. Ab 2009 werden für das Programm bis zu 500 Millionen Euro im Jahr bereitgestellt.
Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind förderfähig:
Die Errichtung und Erweiterung von
Neu an der aktuellen Förderung ist ein Bonusssystem, das für deutlich höhere Förderbeträge sorgen kann. Wer Solarkollektoren und Biomassekessel besonders energieeffizient einsetzt oder erneuerbare Energien miteinander kombiniert, wird zusätzlich mit einem Bonus belohnt. Eine Übersicht über die verschiedenen Fördermöglichkeiten kann zusammen mit den Antragsformularen heruntergeladen werden.