Kongress

2011-09-18 Mobilität für den ländlichen Raum

Mobilität für den ländlichen Raum

Der Bezirksverband der Grünen in Niederbayern hat am Wochenende seinen Jahreskongress zum Thema Mobilität in Passau abgehalten.

Bezirksvorsitzende Rosi Steinberger stellte zu Beginn klar, dass die Sicherstellung einer Mobilität für alle eine der großen Herausforderungen der Zukunft sei.  „Inzwischen haben alle verstanden, dass Erdöl endlich ist und bestimmt nicht billiger wird. Auch werden die Menschen immer älter und sind mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen“, sagte Steinberger. Nicht zuletzt zwinge uns der Klimawandel zu einer Abkehr vom grenzenlosen Energieverbrauch.

Die Grünen konnten einige hochrangige Fach-Referenten zu ihrem Kongress gewinnen. Zu Beginn stellte Klaus Mairhöfer, der Projektleiter von E-Wald/FH Deggendorf-Teisnach, das Modell Elektromobilität im Bayerischen Wald vor. „Wir wollen den Beweis antreten, dass Elektromobilität im ländlichen Raum funktioniert“, sagte Mairhöfer. Und er sei auch völlig überzeugt, dass das gelingen könne. „Gerade für Pendler sei dieses Modell gut geeignet“, so Mairhöfer. Denn über 95 Prozent aller Pendler fahren weniger als 50 Kilometer zur Arbeit. Die Reichweite von Elektroautos betrage aber mindestens 100 Kilometer. E-Wald will 200 Ladestationen installieren und eine Kooperation mit Tschechien und Österreich eingehen. „Gerade für den Tourismus bieten sich eine ganze Reihe von Partnern an, zum Beispiel die Ilztalbahn.“ Man könne sich zum Beispiel vorstellen, einen Teil der Reise mit der Bahn zu absolvieren und am Bahnhof warte das reservierte Elektroauto.

Gentechnik-Kongress in Hutthurm: Daxenberger fordert Qualitätsoffensive

Hutthurm/Kumhausen, 27.4.2009: (RS) Ein klares Bekenntnis gegen die Gentechnik und die Blauzungenimpfung war das Resümee der niederbayerischen Grünen bei ihrem Fachkongress am Samstag in Hutthurm. Die Bezirksvorsitzende Rosi Steinberger konnte zu dieser Tagung einige hochkarätige Redner begrüßen. Den Beginn machte Dr. Toni Hofreiter, Biologe und Mitglied des deutschen Bundestags. Er sprach über die grundlegenden Unterschiede der Gentechnik im Vergleich zur herkömmlichen Pflanzenzüchtung. „Bei gentechnischen Verfahren werden Artgrenzen überschritten. Man kann Erbgut von Pflanzen und Tieren vermischen, so wie das bei der herkömmlichen Pflanzenzüchtung nie möglich wäre.“ Sind diese gentechnisch veränderten Organismen erst einmal in großem Maßstab in freier Natur entlassen, kann man sie nicht mehr zurückholen, sagte Hofreiter. Die Genkartoffel Amflora sei deshalb besonders gefährlich, weil sie ein Resistenzgen gegen ein Antibiotikum trage. „Bakterien sind aber in der Lage, sich Schnipsel von fremdem Erbgut einzuverleiben. Es wäre deshalb fatal, wenn eine Kartoffel mit dieser Resistenz großflächig in die Umwelt entlassen würde.“

Der zweite Redner war Sepp Daxenberger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im bayerischen Landtag. Er konnte nicht umhin, zu den Bedenken gegen die Gentechnik auch andere Themen anzusprechen, die den Bauern derzeit unter den Nägeln brennen. „Jahrzehntelang wurden Bauern zu immer größeren Betrieben gedrängt. Du musst deinen Stall vergrößern, nur so kannst Du überleben, so habe es ständig geheißen. Aber wir können nie so billig produzieren, wie der Weltmarkt. Was wir können, ist bessere Qualität zu produzieren. „Es kann nicht sein, dass Hundefutter mehr kostet, als das Fleisch, das wir uns auf den Teller tun.“ Die Existenz unserer Bauern und unsere Kulturlandschaft sind in Gefahr, wenn wir die Entwicklung so weiter gehen lassen“, warnte Daxenberger und warb für eine Qualitästsoffensive. „Dazu gehört als erster Schritt die absolute Gentechnikfreiheit in Bayern.“ Über das bayerische Naturschutzgesetz könnte man das heute schon erreichen, indem die Abstandsflächen einfach groß genug angelegt werden. Die Versorgung der Welt mit Nahrungsmitteln könne nur durch bäuerliche Strukturen verbessert werden, aber nie durch industrielle Nahrungsmittelproduktion. Das habe auch der Weltagrarrat so erkannt. Wer die Gentechnik wolle, so wie einige prominente Politiker in Deutschland, spiele nur den Agrokonzernen in die Hände, die sich zum Ziel gesetzt hätten, die vollständige Kontrolle des Lebensmittelmarktes zu erreichen.

Aus Linz angereist war Dr. Johannes Voitleithner, Geschäftsführer der grünen Bäuerinnen und Bauern in Österreich. Er berichtete über den Widerstand in seinem Land gegen die Agro-Gentechnik, der von allen Parteien getragen werde. „Österreich reagiert sofort auf neue Zulassungsverfahren mit einem eigenen Import- und Anbauverbot. Außerdem gibt es in allen Bundesländern ein Gentechnik-Vorsorgegesetz. Die Landwirte in Österreich profitieren von dieser Regelung und die Saatgutwirtschaft verzeichnet eine große Nachfrage, weil man weiß, dass in Österreich keine GVOs geduldet werden“, so Voitleithner.

Der Futtermittelhersteller Josef Feilmeier, sei Jahren einer der stärksten Kämpfer gegen die Gentechnik, sprach in seinem Gastvortrag darüber, dass es jederzeit möglich sei, Futtermittel ohne Gentechnik zu beziehen. „Wer sich in die Fänge der Gentechnikkonzerne begibt, wird vollkommen kontrolliert und übernimmt die vollständige Haftung für alle Schäden“, so Feilmeier. „Wir wollen keine Landwirtschaft wie in den USA, wo Betriebe erst ab 2000 Hektar rentabel sind, und die Bauern von den Konzernen hundertprozentig abhängig sind.“ Feilmeier sprach sich für gentechnikfreie Futtermittel aus, die wesentlich gesünder seien. Schließlich sei gentechnisch verändertes Soja mittlerweile sehr stark mit Pflanzenschutzmitteln verunreinigt, worauf die EU die Grenzwerte schon drastisch angehoben habe.

Sepp Brunnbauer vom Biokreis sprach als letzter Redner das passende Schusswort. „Wir brauchen in Deutschland eine größere Wertschätzung der Lebensmittel. Die Diskussion über die Gentechnik hat die Verbraucher, die Brunnbauer lieber als Benutzer bezeichnen möchte, sensibilisiert und einen Trend zu mehr Qualität aus der Region eingeleitet.“

(Auf dem Foto: Toni Hofreiter, Sepp Daxenberger, Rosi Steinberger, Johannes Voitleithner, Josef Feilmeier)

Rosi Steinberger
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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Dr. Toni Hofreiter, MdB
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Büro Landshut
c/o Steinberger
Rosenweg 12
84036 Kumhausen
0871/464 789
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www.toni-hofreiter.de


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25.04.2009 09:00
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Osterhofen, 10.2.2009: JR - Für Bayern sind 21 Standorte registriert, auf denen MON810 mit dem Namen "Zea mays" - Gentechnisch veränderte Eigenschaft - Insektenresistenz angebaut werden soll. Für drei Felder wurden die Anträge zwischenzeitlich zurückgezogen und dem Landkreis Deggendorf und damit auch dem Bezirk Niederbayern wird dieses Jahr kein Versuchsanbau zugewiesen. Ausschlaggebend, ob auf einem Versuchsfeld GEN-Mais angebaut wird, ist letztendlich das Bundessortenamt und nicht in erster Linie der Landwirt in Verbindung mit Monsanto. Welche Genpflanzen dieses Jahr in der Umgebung Osterhofen (hier hat Monsanto ein Versuchslabor!) versuchsweise angebaut wird, war nicht zu erfahren.






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