Nur südlichste Trasse der Freileitung kommt in Frage
Kirchdorf, 10.11.2009 (hmo-pnp) Die Einspruchsfrist gegen das geplante Gas-Kombi-Kraftwerk der OMV in Haiming, die am 19. November endet, sprach Johann Feirer in der jüngsten Gemeinderatssitzung an. Die Gemeinde sollte hier ebenso tätig werden wie etwa Julbach, forderte Feirer und sprach über das Kraftwerk als riesige Anlage, welche für 850 MW(el) bzw. 1460 MW(th) ausgelegt werden soll. Dies entspräche dem Isar 1 in Ohu. Es sei kein hocheffizientes Blockheizkraftwerk, so Feirer. Pro Stunde würden 1000 Kubikmeter Wasser für die Kühlung benötigt, 660 Kubikmeter davon verdampften in dieser Zeit.
Feirer gab zu bedenken, dass dem Kühlwasser Biozide zur Verhinderung von Algenbildung beigemischt würden, die mit verdampfen bzw. in den Alzkanal in die Salzach mit eingeleitet würden. Interessant sei auch, dass es nach der Einleitung in den Alzkanal keine Mess- und Prüfstellen mehr bis zur Mündung in den Inn gäbe. Geplant sei der Anschluss ans Stromnetz über eine 380 kV-Leitung an ein noch nicht bestehendes Umspannwerk in Simbach. Die noch nicht festgelegte Trasse soll, laut Feirer, die bestehende 110 kV-Leitung ersetzen und durch die Gemeindegebiete von Haiming, Marktl, Stammham, Julbach und Kirchdorf führen. Hier sei die Gemeinde gefordert, tätig zu werden.
Eduard Kainzelsperger hatte die Infoveranstaltung in Haiming besucht und sah keinerlei Probleme für Umwelt und Menschen, auch nicht in puncto Magnetfeld. Über den Leitungsbau könnten weder E.ON noch die OMV entscheiden, dies liege in den Händen der Regierung von Niederbayern. Kainzels-perger fand als Wermutstropfen das Hoch- und Runterfahren des Gas-Kombikraftwerks, „das den Strom an die Börse verkauft“. Denn bei gleich bleibender Produktion wäre die Belastung nicht so tragisch.
Bürgermeister Joachim Wagner zeigte sich verständig über den Unmut in Haiming und den umliegenden Gemeinden, fügte jedoch an, dass jeder Strom im Haus, aber keine Leitung haben wolle. Es sei die Mentalität der Deutschen, bereits im Vorfeld zu schreien und sich entgegenzusetzen, bevor man überhaupt wisse, um was es geht. Wagner stellte klar, dass für Kirchdorf nur die südlichste Trasse der Stromführung in Frage käme, „jede andere wird bekämpft“.
Gemeinderäte werden heuer nicht beschert
Etwas ungewöhnlich fand Kainzelsperger die Tatsache, dass die Einfahrt beim Bahnübergang Machendorf in Höhe Bahnweg zwar erweitert wurde, dennoch keine Busse hineinfahren dürfen, obwohl dies bei Genehmigung des Plans so beschlossen worden war. Außerdem funktioniere in diesem Bereich die Straßenentwässerung nicht und der Belag sei zu rau. Wagner wusste Bescheid und meinte, dass im Fall der letzteren Einwände nachgebessert würde. Dass man beim Bau der Einfahrt vom Plan abweiche, davon wurde die Gemeinde nicht informiert, so Wagner.
Dieses Jahr gibt es keine Weihnachtsgeschenke für die Gemeinderäte, falls sie damit einverstanden sind, schlug Wagner dem Gremium vor. Das Geld sollte einer wohltätigen Institution zur Verfügung gestellt werden, was auch das Gremium befürwortete.
Quelle: hmo - PNP
10. November 2009 - 10:18 – JR