Biomasse

Holzenergie – Biomasse-Reserven stärker nutzen

München/Osterhofen 22.1.2009: Auf der Mitgliederversammlung Deutscher Biomasseheizwerke in Sauerlach bei München lobte Vorsitzender Ernst Hinsken (CSU/MdB) die gesetzlichen Entscheidungen des vergangenen Jahres. Er begrüßte, dass insbesondere auf die energetische Nutzung der Biomasse gesetzt wird, da diese grundlastfähig ist.

Ein wichtiger Meilenstein war die Novellierung des Erneuerbaren Energiengesetzes (EEG) am 06.06.2008 mit Wirkung zum 01.01.2009. Der Strom aus Erneuerbaren Energien soll bis zum Jahre 2020 auf mindestens 30 % erhöht werden. Hinsken lobte das EEG als Mittelstandsgesetz, von dem vor allem im Bereich der Bioenergie und der ländliche Raum profitieren. Deshalb begrüßt er die Erhöhung der Grundvergütung und die teilweise Gleichstellung von Alt- und Neuanlagen. Er unterstützt auch den Wunsch der Sägeindustrie nach Einführung des nachwachsende Rohstoffbonus für die erste Verarbeitungsstufe, soweit die Anlagen technisch und umweltspezifisch den aktuellen Anforderungen genügen.

Hinsken erwartet Impulse für die nachwachsenden Rohstoffe und zur Ressourcenschonung sowie den verstärkten Einsatz der Erneuerbaren Energien durch das Wärmegesetz, das ebenfalls am 06.06.08 beschlossen wurde und zum 01.01.2009 in Kraft trat. Neben der Nutzungspflicht hob er vor allem die finanzielle Förderung hervor.

Quelle: Verband Deutscher Biomasseheizwerke

Bayerischer Rechnungshof nimmt Hackschnitzel ins Visier

München, 3.12.2008: Der Bayerische Oberste Rechnungshof kritisiert in seinem jüngsten Jahresbericht die Förderung für Hackschnitzelheizungen. Die Förderung solle eingestellt werden, da diese wirtschaftlich betrieben werden können. Der Rechnungshof beruft sich auf eine Studie des Bundesumweltministeriums, die Heizwerken mit Kesselleistungen über 150 kW den Bedarf an Förderung abspricht. Nach Ansicht des Rechnungshofes habe sich die Unterstützung von rund 300 Hackschnitzelheizungen in Bayern in den vergangenen 15 Jahren zu einer Breitenförderung entwickelt. Für die 182 Projekte seit 2002 wurden 23,8 Mio. € bewilligt, wovon 16,8 Mio. € aus Landes- und 7 Mio. € aus EU-Mitteln stammten. Darüber hinaus prangern die Finanzwächter die schlechten Abgaswerte kleinerer Hackschnitzelanlagen an.

Im Landwirtschaftsministerium verneint man die Breitenförderung. Da jedes Projekt individuelle Planungen und Lösungsansätze verlange, sei der Demonstrationscharakter gegeben.

Biomasse-Heizkraftwerk für Straubinger Pelletwerk

Straubing, am 22.11.2008 Seit dem September 2008 erzeugt die CompacTec GmbH & Co KG die Wärme für die Trocknung ihrer Pellets selbst. Die erste Stufe des neuen Biomasse-Heizkraftwerks speist darüber hinaus Strom ins öffentliche Netz. Dabei beträgt die thermische Gesamtkesselleistung 17 Megawatt und die gesamte elektrische Leistung ca. 1.000 Kilowatt. Mit dem Ausbau des Pelletwerkes in Straubing steigt der Bedarf an Wärmeenergie für die Pellettrockungsanlage.

Das neue Biomasse-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung liefert diese Energie. Die Anlage erzeugt mit einem Biomasseverbrennungsrost und einer Kesselanlage Dampf. Dieser treibt einen Spillingmotor an, der einen Stromgenerator speist. Die Abwärme aus der Ökostromerzeugung wird vollständig für den Spänetrockner der Werks genutzt. Das Werk produziert im Monat 5.000 t Pellets der Marke "1Heiz". Ab März 2009 wird die Produktion auf monatlich 10.000 t Pellets steigen. Die Lage am Hafenstandort Straubing erlaubt Rohstofflieferungen und Pellettransporte über die Schiene, über die Straße und per Schiff!?

Quelle: Compactec

Nachwachsende Rohstoffe - Gebäudedämmung ausgezeichnet

20.11.2008 Nordrhein-Westfalens Umweltminister Eckhard Uhlenberg hat das Institut für preisoptimierte Gebäudemodernisierung aus Paderborn mit dem Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2008 ausgezeichnet. Das Institut hat eine Dämmhülsen-Konstruktion entwickelt, bei der entweder Naturfasern oder Zellulose als Dämmstoff eingesetzt werden. Diese Dämmung, die zurzeit schon an 55 Kölner Schulen eingesetzt wird und damit jährlich 240.000 Kilowattstunden Heizenergie einspart, ist erheblich preisgünstiger als die bisher auf dem Markt erhältlichen Dämmkonstruktionen. Geschäftsführer Arnold Drewer nahm dafür den mit 2.000 Euro dotierten Preis entgegen.

Der Förderpreis für nachwachsende Rohstoffe des Landes Nordrhein-Westfalen wird an Menschen verliehen, die sich in Nordrhein-Westfalen um die Nutzung von Biomasse für energetische oder für stoffliche Zwecke in Forschung, Lehre, Industrie oder Praxis besonders verdient gemacht haben.

Gleichzeitig wurden verschiedene Sonderpreise verliehen, die mit jeweils 500 Euro dotiert sind. So wurde der Verein Haus im Glück e.V. des Kreises Steinfurt für sein Konzept zur energetischen Nutzung und Pflege der Wallhecken mit dem Sonderpreis „Regionale Konzepte“ ausgezeichnet. Das Projekt hat das Ziel, den Heckenschnitt der Region energetisch zu nutzen und dabei acht Millionen Liter Erdöl jährlich einzusparen. Gleichzeitig werden die Hecken und mit ihnen die typische Münsterländer Parklandschaft erhalten.
(MUNLV)

Einlagern überschüssiger Energie aus Sonne/Biomasse in große Erdspeicher

Die Speicherung von im Sommer überschüssiger Sonnen/Biomasse-Energie in großen Erdspeichern kann erheblich dazu beitragen, kostbare Rohstoffe einzusparen.

Anlässlich unseres Besuches bei der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deggendorf besprachen wir das Thema mit Prof. Geigenfeind. Er will nun Versuche starten, die Speicher im Innenbereich zu dämmen, damit der umgebende Beton nicht aufgrund der thermischen Schwankungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Diese Pufferspeicher sollten genügend gedämmt sein, damit sie die gespeicherte Wärme nicht an das umgebende Erdreich abgeben.

Im Sommer erzeugte Energie könnte man so in große unterirdische Speicher gefüllt mit Wasser oder Salzen/Paraffinen zentral in den Siedlungen "einbunkern" und dann in den Wintermonaten wieder herausziehen. Ähnliche Systeme gibt es bereits in Baden-Württemberg, allerdings Solare Konzepte ohne Biogas und ohne Biomassekraftwerke.

Ein weiterer Vorteil wäre, mit solchen Pufferspeichern auch die Spitzen brechen zu können, wenn plötzlich viel thermische Energie gebraucht wird oder Biomassekraftwerke zur Revision heruntergefahren werden müssen.

Josef Rosner
Dipl.-Ing. Architekt - Osterhofen

Thermische Energien ungenutzt verpuffen lassen ?

bei den meisten landwirtschaftlichen Biogasanlagen wird die thermische Energie ausser für Prozeßwärme ungenutzt über Tischkühler in die Umwelt verpufft. 2 Cent pro kW werden normalerweise bezahlt, wenn die Wärme abgenommen wird. Mit diesem Preis kann kein Landwirt überzeugt werden, langfristig Energie zu liefern bzw. Lieferverträge einzugehen.

Zur Info: mit einem Liter Heizöl · zum Preis von derzeit 67 Cent · können 10 kW erzeugt werden. Andersherum gerechnet hat ein kW einen Wert von 6,7 Cent. Berücksichtigt man noch den CO2-Ausstoß beim Verbrennen des Heizöls, ist die Verwendung der Thermischen Energie bezüglich der Umweltbilanz fast ein Muss.

Biogasanlagen haben einen Wirkungsgrad von 40% elektrisch und 60 % thermisch. Anlagen mittlerer Größe erzeugen in durchschnittlich 7.200 Stunden/Jahr in etwa 2.000.000 kW Strom. Damit fallen bei der Produktion automatisch 3.000.000 kW Wärme an, hauptsächlich aus der Kühlung der Motoren. Zieht man die Prozesswärme ab, benötigt für die Erwärmung der Biomasse beim Gärprozess und die Beheizung der Rohrleitungen, verbleiben 2.500.000 kW. Diese Energie entspricht - bei einem Verhältnis von 1:10 - einer Menge von 250.000 Litern Heizöl.

Die An- bzw. Einbindung bei der Planung von Nahversorgungskonzepten ist daher ein absolutes Muss bei entsprechender Vergütung.

Josef Rosner


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