Isar

ÖSTERREICHISCHE AKW-KRITIK - "Isar I gefährdet unsere Bevölkerung"

SPON - "Isar I gefährdet unsere Bevölkerung"



30. Juli 2009, 09:36 Uhr Kritik vom Nachbarn: Im Interview mit SPIEGEL ONLINE warnt Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudolf Anschober vor Sicherheitsmängeln eines deutschen "Risikoreaktors", mahnt dessen Stilllegung an - und fordert diplomatische Konsequenzen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Anschober, wir sind verwundert. Kanzlerin Merkel sagt, unsere Atomkraftwerke seien die sichersten auf der Welt - und Sie haben trotzdem Angst?

Anschober: Es geht uns um den Reaktor Isar I bei Landshut. Da haben die Experten Sicherheitsbedenken, weil es sich um die erste Reaktorbaulinie in Deutschland handelt: Diese ist relativ störfallanfällig und extrem schlecht geschützt gegen terroristische Angriffe oder Flugzeugabstürze. Bedenken Sie, dass Isar I in der Einflugschneise des Münchner Flughafens liegt.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben Isar I mit dem umstrittenen tschechischen Atomkraftwerk in Temelin verglichen - gehen Sie da nicht ein bisschen weit?

Anschober: Keineswegs! Das sind beides Risikoreaktoren. Wie Temelin gefährdet Isar I unsere Bevölkerung. Wir haben ernsthafte Sorgen.

SPIEGEL ONLINE: Kurz gesagt, Sie attestieren den Deutschen einen Schrottreaktor …

Anschober: So will ich das nicht sagen, wir reden ja hier über Hochtechnologie. Aber die Risiken sind da. Und deshalb sollte man beide Reaktoren so rasch wie möglich abschalten.

SPIEGEL ONLINE: Heißt konkret für Isar I?

Anschober: Es darf auf gar keinen Fall zu einer Laufzeitverlängerung über die für 2011 geplante Schließung hinaus kommen. Und wenn man den Reaktor noch früher abschalten könnte, wäre das hervorragend. Für uns in Österreich ist das Ergebnis der deutschen Bundestagswahlen entsprechend relevant.

SPIEGEL ONLINE: Da müssen wir Sie enttäuschen, demoskopisch spricht gerade nicht viel für eine rot-grüne Bundesregierung ab Herbst. Eignet sich das Atom-Thema überhaupt für den Wahlkampf?

Anschober: Es ist absolut notwendig, Sicherheitsfragen zu thematisieren. Zudem sollen die Bürger doch mit ihrer Stimme entscheiden, wie in Zukunft Energie gewonnen wird. Wir werden in Oberösterreich zum Beispiel bis 2030 bei Raumwärme und Strom komplett auf erneuerbare Energien umsteigen.

SPIEGEL ONLINE: Bayerns Regierung betont, man könne derzeit gar nicht auf die Atomkraft verzichten, weil sie 60 bis 70 Prozent des bayerischen Stroms liefere.

Anschober: Dann schauen Sie doch mal in die bayerische Stromexportstatistik. Im letzten Jahr wurde das Dreifache dessen exportiert, was Isar I erzeugte. Dieses Atomkraftwerk können Sie sofort abschalten, es ist für den Inlandsmarkt nicht erforderlich. Ein kurzfristiger Umstieg auf regenerative Energien ist auch in Bayern möglich.

SPIEGEL ONLINE: Wie werden Sie jetzt vorgehen?

Anschober: Ich setze auf einen grenzüberschreitenden Widerstand der Anti-Atombewegungen von Bayern, Südböhmen und Oberösterreich. Wir haben ja nicht nur das Problem Temelin/Isar I, sondern es ist auch das von Tschechien geplante Atommüll-Endlager im Dreiländereck, das gemeinsame Betroffenheit schafft. Parallel machen wir politischen Druck auf die Regierungen in Wien, Berlin und München.

SPIEGEL ONLINE: Was wollen Sie da tun? Den Botschafter der Republik Österreich abziehen?

Anschober: (lacht) Nein, aber eine diplomatische Protestnote sollte schon erfolgen. So wie bei den Anti-Atom-Protesten der österreichischen Bundesregierung in der Vergangenheit erwarte ich, dass man hier endlich klare Worte findet. Man kann nicht nur gegen ein tschechisches Atomkraftwerk vorgehen, wenn es gleichzeitig auch einen Risikostandort in Bayern gibt. Da geht es auch um Glaubwürdigkeit gegenüber den Tschechen.

Quelle: SPON - Das Interview führte Sebastian Fischer

Grüne warnen: Terrorgefahr bei Isar 1

Kumhausen, 17.6.2009: (RS) Die Grünen fordern gebetsmühlenartig immer wieder die Abschaltung der alten Atomreaktoren in Deutschland. Diese Forderung hat nun neue Nahrung bekommen. Denn die Sendung „Frontal“ im ZDF hat gestern schockierende Neuigkeiten veröffentlicht. Ein vertrauliches Gutachten der internationalen Länderkommission Kerntechnik ILK ist der Redaktion zugespielt worden. Dieses hat ergeben, dass vor allem bei älteren Atomkraftwerken im Falle eines terroristischen Angriffs mit schweren bis katastrophalen Freisetzungen von Radioaktivität gerechnet werden muss.

Auftraggeber dieses Gutachtens waren die Länder Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Das Ergebnis liegt zwar schon seit 2002 vor, wurde aber der Öffentlichkeit bisher vorenthalten. „Aus gutem Grund“, meint Rosi Steinberger, Bezirksvorsitzende der Grünen in Niederbayern. „Wenn man die Ergebnisse nämlich ernst nehmen würde, müsste man die hoch gefährdeten AKWs wie Isar 1 sofort abschalten.“
Denn die terroristische Gefahr in der Bundesrepublik ist hoch, so die Lageeinschätzung des Bundeskriminalamts. Dabei müsse auch von terroristischen Anschlägen auf Kernkraftwerke ausgegangen werden. Bekannt ist zum Beispiel, dass die Attentäter vom 11. September auch einen Anschlag auf ein AKW in Betracht gezogen haben. Alle Versuche, nach 2001 die AKWs gegen Angriffe zu schützen, sind ins Leere gelaufen. Denn weder die Vernebelung, noch die Störung von GPS-Signalen ist jemals realisiert worden. Auch das gezielte Abschießen von entführten Flugzeugen ist als verfassungswidrig abgelehnt worden.

„Kernkraftwerke dürfen nur betrieben werden, wenn von ihnen keine Gefahr ausgeht“, meint dazu Stefan Haug, Co-Vorsitzender im Bezirksverband. Deshalb begrüßen es die Grünen, dass nun von Greenpeace zusammen mit Anwohnern gegen die Betriebsgenehmigung von KKI 1 geklagt wird. Einer der Kläger, der ehemalige Pilot Thomas Maxhofer, ist Mitglied im Kreisverband der Grünen im Landkreis Landshut. „Für mich ist es unverantwortlich, wie man die Bevölkerung angesichts der immensen Risiken weiter in Sicherheit wiegt. Und das bei einem Reaktor, dessen Strom wir als Stromexportland überhaupt nicht brauchen“, so Maxhofer.

„Bei dieser Diskussion spielen keine wissenschaftlichen oder sachlichen Gründe mehr eine Rolle, sondern nur noch das sture und ideologische Festhalten an einer Technologie, die endlich auf den Müllhaufen der Geschichte landen muss“, sagt Rosi Steinberger. Dorthin, wo leider auch schon der Millionen Jahre strahlende Müll liegt.

Für weitere Informationen:
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633,00.html


Rosi Steinberger
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
__________________________
Dr. Toni Hofreiter, MdB
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Büro Landshut
c/o Steinberger
Rosenweg 12
84036 Kumhausen
0871/464 789
steinberger@toni-hofreiter.de
www.toni-hofreiter.de


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Sind AKWs sicher: Virenangriff auf AKW bestätigt

Bundestag, 22.04.2009: Mündliche Fragen von Grünen-MdB Fell für die Fragestunde am 22.04.2009




Frage 22 (Arbeitsnr.: 38):


Welche Fälle sind der Bundesregierung international bekannt, bei denen Computersysteme von Atomkraftwerken mit schädlichen Programmen bzw. Programmteilen wie u.a. "Viren"
"Würmer", "Trojaner", "Rootkits" befallen bzw. infiziert wurden, und gab es dabei auch Fälle, in denen diese Programme bzw. Programmteile dazu beigetragen haben, dass die Performance des Kraftwerkes bzw. von Kraftwerksteilen wie z.B. dem Computersystem von der Standard·Performance abwich?


Antwort:
Der Bundesregierung ist ein Fall im Ausland bekannt, in dem in einem Kernkraftwerk der Anlagen·Prozessrechner mit einem Computervirus infiziert war. Dadurch war zunächst das Anzeigesystem für Sicherheitsparameter: beeinträchtigt und fiel für einige ~Stunden aus: Ebenfalls war der Anlagen-Prozessrechner für ca. 6 Stunden nicht verfügbar. Die automatisierten Sicherheits- und Betriebsfunktionen der Anlage waren hiervon nicht beeinträchtigt. Die Schadsoftware drang über eine ungeschützte Datenverbindung ein und nutzte eine nicht rechtzeitig geschlossene Sicherheitslücke eines Datenbankprogrammes. Entsprechende Software zum Schließen dieser Lücke war verfügbar.


Frage 23 (Arbeitsnr.: 39):


Wie schätzt die Bundesregierung die Fähigkeit von Atomkraftwerken ein, beim Auftreten von starken Fluktuationen innerhalb eines Tages in der sonstigen Stromerzeugung, hoch- bzw. runterzufahren und gibt es eine Einschätzung der Bundesregierung darüber wie oft Atomkraftwerke (wie z.B. Biblis A oder Brunsbüttel) jährlich rauf- und runtergefahren werden können, ohne dass dies Folgen für die Anlagensicherheit mit sich bringen würde ?


Antwort:
Kernkraftwerke können grundsätzlich kurzfristig hoch- und runtergefahren werden, auch in folge von starken Fluktuationen in der Stromerzeugung. Das häufige Hoch und Runterfahren ist jedoch mit starken Materialermüdungen verbunden, so dass die Atomkraftwerke vorzugsweise mit Vollast betrieben werden. Die Anlagensicherheit hängt u. a. vom Materialermüdungsgrad ab. Da das rauf und runterfahren die Materialermüdung beschleunigt, würde die Lebensdauer der Anlage bei häufigem Lastwechsel erheblich reduziert. Die atomrechtlichen Aufsichtsbebörden lassen sich regelmäßig darüber berichten, Inwieweit die Materialermüdung fortgeschritten ist.


Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit


Michael Müller
Parlamentarischer Staatsekretär
Mitglied des Deutschen Bundestages

2007-12-20 Kinderkrebs

Kultur des Hinschauens auch bei Kinderkrebs


2007-12-08 Leukämie ist ein grausames Kinderschicksal

Atomreaktor Isar 1 schnell stilllegen!


AKW Isar I bei Ohu - Da gärtnert der Bock ?

Leserbrief zum PNP - Artikel:
„E.ON-Atommeiler dürfen die Isar stärker erhitzen“ vom 25.Juli 2007
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