Das Märchen vom Umweltkraftwerk
Zum Bericht „CSU stellt sich hinter Pumpspeicherwerk Riedl“ vom 20. Dezember:
Riedl wäre ein reines Pumpspeicherkraftwerk ohne natürlichen Zufluss. Das Donauwasser würde mit Überschussstrom aus dem Netz in ein künstliches Becken gepumpt. Das ist natürlich keine saubere Wasserkraft mehr, sondern der übliche Mix aller Stromerzeuger inklusive Atomstromanteil. Das gibt jetzt sogar Herr Schleich von der Rhein-Main-Donau AG (RMD) zu. Beim Hochpumpen wird 20 bis 30 Prozent mehr Strom benötigt, als später beim Ablassen des Wassers gewonnen wird. Unter dem Strich heißt das, dass hier überhaupt keine zusätzliche Wasserkraftenergie nutzbar gemacht wird. Im Gegenteil, es wird sogar schon einmal erzeugter Strom in enormem Ausmaß vernichtet. Wie rechnet sich diese Technik dann überhaupt?
Es gibt Strombörsen, an denen der Strom gehandelt wird. Mit viel Speicher- und Pumpleistung kann viel Geld verdient werden, wenn mit günstigem Strom gepumpt wird (...) und dann wieder Strom produziert wird, wenn er möglichst teuer absetzbar ist. Es ist nachvollziehbar, dass gewinnorientierte Unternehmen so Geschäfte machen wollen. Daraus ein staatliches Allgemeinwohl und ein öffentliches Interesse zu machen oder so zu tun, als würden damit Riesenschritte zur Erreichung von Energie-, Umwelt- und Klimazielen unternommen, ist sicher nicht gerechtfertigt.
Und wenn im Resolutionstext der CSU die Bedeutung des Pumpspeichers für die Phase nach dem Ausstieg aus der Atomenergie hervorgehoben wird, dann ist das schon ein starkes Stück. Erst mit der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke wurden die Pumpspeicherpläne wieder zum todsicheren Geschäftsmodell. Also Vorsicht vor jedem, der ein Umweltmärchen erzählen will! Wir betroffenen Bürger freuen uns jetzt schon auf die Informations- und Aufklärungskampagne der CSU und wir hoffen, dass wir eingeladen und auch angehört werden.
C.S. - Riedl
Eine Klarstellung wäre nötig
(...) Das „Projekt Riedl“ erfordert nach einer Stellungnahme aus Berlin eine Klarstellung von den Betreibern: So fragten die Grünen im Deutschen Bundestag (Drucksache 17/3003): „Beabsichtigt die Bundesregierung bei der Erschließung der verfügbaren deutschen Potenziale für Pumpspeicherkraftwerke, die jetzt von Atomstrom belegten Speicherkapazitäten, welche den überschüssigen Grundlaststrom in Spitzenlast veredeln, zukünftig umzuwidmen, so dass diese Pumpspeicherkapazitäten frei werden für die Zwischenspeicherung von überschüssigen Strom aus Wind und Sonne? Wenn ja, wie hoch sind die freiwerdenden Kapazitäten? Wenn nein, warum nicht“? Trotz des noch bestehenden Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien antwortete die Bundesregierung mit „Nein“, denn „damit würde der marktgetriebene und betriebswirtschaftlich motivierte Einsatz von Pumpspeicherkraftwerken außer Kraft gesetzt.“ Solange Atomkraftwerke in den liberalisierten europäischen „Stromsee“ einspeisen, ist zwangsläufig bei jedem Stromverbraucher auch Atomstrom (...) dabei, auch beim Pumpstrom in Riedl. Solange aber der Einsatz von Pumpspeicherwerken einzig und allein nach „marktgetriebenem und betriebswirtschaftlich motiviertem Einsatz“ (s.o.) verläuft, sollte man einer „Gelddruckmaschine“ keinen grünen Mantel umhängen (...).
Gerhard Albrecht - Sprecher Plattform gegen Atomgefahr - Kellberg
Quelle: PNP - Passau







