Die Rückkehr der Plagen · 5-teilige Dokumentation

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Die Rückkehr der Plagen · 5-teilige Dokumentation

Die Rückkehr der Plagen · 5-teilige Dokumentation


Sendereihe im ZDF·Doku·Kanal

In Anlehnung an die zehn biblischen Plagen des Alten Testaments, geht die Reihe "Die Rückkehr der Plagen" Naturkatastrophen und Umweltphänomenen auf den Grund, die heute eine weltweite Bedrohung darstellen. In fünf Folgen beschäftigt sie sich mit:
  • toxischen Algen, die auch heute noch massenhaftes Fischsterben verursachen

  • mit stechenden Insekten, die als Überträger von Krankheitserregern weltweit für Millionen Tote sorgen

  • mit Hagel und Starkregen, die das Leben besonders in den Alpen immer problematischer machen

  • mit Heuschreckenschwärmen, die Ernten vernichten und Verwüstung hinterlassen

  • mit Sandstürmen, die die Ausbreitung von Wüsten forcierten und weltweit für eine besorgniserregende Veränderung des Klimas sorgen


1.Blutiges Wasser

















Samstag, 24.05.2008 06:15 - 07:00 Uhr
  13:15 - 14:00 Uhr
  21:15 - 22:00 Uhr
Der Nil wurde zu Blut und alle Fische starben, heißt es in der Bibel, und das Wasser wurde ungenießbar für Mensch und Vieh. Heute führen toxische Algen mit wachsender Wasserverschmutzung und steigenden Temperaturen zu gravierenden Problemen in Binnengewässern und Meeren. Zunehmende Algenblüten vergiften Fische und Muscheln und werden auch für den Menschen gefährlich. Weltweit sorgt diese Plage für 60.000 Vergiftungen jährlich.

Der erste Teil der Reihe "Rückkehr der Plagen" beobachtet die Auswirkungen dieser giftigen Mikrolebewesen. Unter anderem in Deutschland, wo sich trotz intensiver Lebensmittelkontrolle Restaurantgäste beim Verzehr von Meeresfrüchten vergiften. Oder in Florida, wo nicht nur Delfine dem verseuchten Wasser zum Opfer fallen, sondern auch Badegäste mit Atembeschwerden zu kämpfen haben. In Italien bringt eine eingeschleppte Algenart die Meeresfauna zum Zusammenbruch und in Österreich ist man einer geheimnisvollen Alge auf der Spur, die Trinkwasserreservoirs zu verseuchen droht. Kanadas Muschel- und Fischindustrie zeigt großes Interesse an aufwendigen Frühwarnsystemen.Forscher in Europa und Amerika wollen die Rätsel der Verbreitung dieser modernen Plage lösen

Beim Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven arbeitet der Algenforscher Allan Cembella mit seinen Kollegen daran, die Rätsel der Verbreitung dieser modernen Plage zu lösen.

Film von Johannes Backes


2.Gefährliche Stiche



















Sonntag, 25.05.2008 06:15 - 07:00 Uhr
  13:15 - 14:00 Uhr
  21:15 - 22:00 Uhr
Der zweite Teil der Reihe beschäftigt sich mit Insekten, die als Überträger von Krankheitserregern weltweit für Millionen Tote sorgen. Und es kamen Stechmücken über Mensch und Vieh, berichtet die Bibel, aller Erdenstaub in Ägypten wurde zu Ungeziefer.

Allein an der von Moskitos übertragenen Malaria sterben nach wie vor Millionen Menschen jährlich, vor allem in Afrika. Aber auch am Oberrhein, wo noch vor 100 Jahren die Malaria grassierte, muss man wachsam bleiben. Mit der Globalisierung und dem steigenden Reiseverkehr können die Erreger der Malaria, so genannte Plasmoiden, jederzeit wieder zurück kehren. Der Temperaturanstieg fördert das Risiko zusätzlich. Über Italien kommend, breitet sich langsam auch in der Schweiz die so genannte asiatische Tigermücke aus. Der Blutsauger forderte in Asien und den USA als Überträger des Dengue- und Westnilfiebers zahlreiche Todesopfer.

In den industrialisierten Ländern kämpft man mit modernen Medikamenten und möglichst schonenden Insektiziden gegen die Plage. Aber die Resistenzen von Mücken und Erregern nehmen zu. Viel versprechende Lösungsansätze kommen vor allem aus Afrika. Dort experimentiert man mit Raubfliegen und Springspinnen, natürlichen Feinden der Anophelesmücke gegen die Plage und mit pflanzlichen Mitteln wie Neembaum und Artemisiagewächsen. Aber die Resistenzen von Mücken und Erregern nehmen zu. Auch am Oberrhein und in der Schweiz muss man wachsam bleiben.

Dokumentation von Herbert Ostwalt (2007)

3.Tödliches Wetter



















Montag, 26.05.2008 06:15 - 07:00 Uhr
  13:15 - 14:00 Uhr
  21:15 - 22:00 Uhr
Der dritte Teil der Reihe untersucht die Folgen der sich verändernden Wetterlage. Da ließ es der Herr donnern und hageln, heißt es im Alten Testament, Blitze zuckten vom Himmel, Regen prasselte hernieder und Hagel erschlug sogar Mensch und Vieh auf dem Felde. Vor allem am Rande von Gebirgsketten wie den Alpen und den Rocky Mountains sorgen Hagel und Starkregen im Zuge des Klimawandels für verheerende Folgen.

Ernteschäden und Zerstörungen an Häusern und Autos summieren sich zu Milliardenbeträgen. Erdrutsche, Muren und Überschwemmungen fordern Tausende von Menschenleben. In Deutschland, Österreich und im US-Bundesstaat Colorado versuchen Forscher mit modernen Methoden, die Entstehungsbedingungen für Hagel und Starkregen zu entschlüsseln, um damit die Grundvoraussetzungen zu schaffen, die Unwetter in Zukunft vielleicht zu beherrschen oder wenigstens zuverlässiger vorauszusagen. Wissenschaftler untersuchen auch Abläufe von Erdrutschen und Überschwemmungen und testen bauliche Maßnahmen, die den gewaltigen Kräften der Berge standhalten sollen.

In der Steiermark fliegen Hagelflieger mit kleinen Propellermaschinen in die bedrohlichen Gewitterwolken, um das Wetter zu manipulieren. Damit versuchen Mitarbeiter der Steirischen Hagelabwehr, den Hagel zu bekämpfen: Ihre Piloten "impfen" Gewitterwolken mit verdampftem Silberjodid, um möglichst kleine Graupelkörner entstehen zu lassen.

Dokumentation von Johannes Backes (2007)

4.Gefräßige Heuschrecken



















Dienstag, 27.05.2008 06:15 - 07:00 Uhr
  13:15 - 14:00 Uhr
  21:15 - 22:00 Uhr
Das Buch Exodus beschreibt in der Bibel eine martialische Heuschreckenplage, die über Ägypten hereinzog: Schädlinge bedeckten Ägypten, so dass man die Oberfläche des Landes nicht mehr sehen konnte, berichtet das zweite Buch Moses. Sie fielen her über alles Grün und frassen selbst die Bäume kahl.

Während im alten Ägypten die Plagen als Strafe Gottes galten, scheinen die Katastrophen der Gegenwart von Menschhand verursacht. Der vierte Teil der Reihe beobachtet «Gefrässige Heuschrecken», die vor allem in Afrika und Australien ganze Ernten vernichten. Sie fressen ganze Landstriche ab und zerstören die Ernten der Bauern. Alle Versuche, sie zu bekämpfen, sind jedoch bisher nicht erfolgreich gewesen. Der Mensch ist machtlos dagegen. Heuschreckenschwärme sind noch heute eine Plage. Sie suchen besonders Dürrezonen heim, nachdem der dort seltene Regen gefallen ist, und hinterlassen Schneisen der Verwüstung. In Afrika führt diese Tatsache regelmässig zu Hungerkatastrophen. Die Bekämpfung aus der Luft ist aufwendig, für viele Länder meist zu teuer und die klassischen Insektizide sind eine extreme Belastung für die Umwelt.

Forscher suchen weltweit nach neuen, effektiven Bekämpfungsmitteln. An der Universität Halle experimentieren Wissenschaftler mit Duftstoffen, die das Paarungsverhalten der vermehrungsfreudigen Insekten durcheinander bringen sollen. In Australien fallen neuerdings Heuschreckenschwärme in manchen Gegenden über die Ernte her, in denen es solche Probleme nie zuvor gegeben hat. Dort arbeitet man von Helikoptern aus gezielt mit möglichst gering dosierten Giften. Aber diese Bekämpfung au der Luft ist sehr empfindlich gegenüber Windeinflüssen; schnell verfehlen die Giftnebel ihr eigentliches Ziel.

Regie: Johannes Backes, Christiane von Schwind

5.Fatale Finsternis



















Mittwoch, 28.05.2008 06:15 - 07:00 Uhr
  13:15 - 14:00 Uhr
  21:15 - 22:00 Uhr
Während im alten Ägypten die Plagen als Strafe Gottes galten, scheinen die Katastrophen der Gegenwart von Menschhand verursacht. Diese Folge berichtet über verheerende Sandstürme und die sich ausbreitenden Wüsten.

Es kam eine solch dichte Finsternis über Ägypten, schreibt die Bibel, dass man sie fühlen konnte. Kein Mensch konnte den anderen sehen, drei Tage lang. - Sandstürme bringen in vielen trockenen Regionen der Erde während der Sturmsaison das öffentliche Leben zum Erliegen, begraben Verkehrswege und Siedlungen unter sich und bedrohen das Leben von Mensch und Tier. Die Häufigkeit und die Heftigkeit der Sandstürme nimmt Jahr für Jahr zu. Auch die Wüsten wachsen, aus denen sich die Sandstürme speisen.

In China sind bereits 20 Prozent des Landes von Wüsten bedeckt. Der Sand frisst dort jedes Jahr eine Fläche so gross wie der Staat Luxemburg. China hat sich zum Ziel gesetzt, eine 4.500 Kilometer lange grüne Mauer als Bollwerk gegen den Sandsturm zu errichten. Ein Gürtel von Sträuchern und Bäumen soll den Wind bremsen.

Die Dokumentation begleitet Wüstenbekämpfer, die verschüttete Dörfer ausgraben, Kilometer für Kilometer Sanddünen bepflanzen, sich gegen Schädlinge wehren und nach Vegetation forschen, die möglichst effektiv Feuchtigkeit im Erdreich bindet. In Darmstadt finden Wissenschaftler heraus, dass die Sandstürme aus China und der Sahara nicht nur eine Folge des Klimas sind, sondern auch selbst das Wetter
massgeblich beeinflussen.

Dokumentation von Johannes Backes (2007)

 


http://www.fernsehserien.de/index.php?serie=11322&seite=9&sender=78